Florian Kobler
sorgt sich um den Mangel an altersgerechten Wohnungen im Kanton.
Markus Rutz (mitte) nimmt den Award Bildung Holz 2026 entgegen. z.V.g.
Das Gossauer Holzbauunternehmen Blumer-Lehmann AG wurde am Unternehmenstag Holz 2026 der Berner Fachhochschule mit dem Award Bildung Holz ausgezeichnet. Die Jury würdigt das breite Engagement in Aus- und Weiterbildung – von der Lehrlingausbildung bis zur Führungsentwicklung.
Auszeichnung Am diesjährigen Unternehmenstag Holz der Berner Fachhochschule (BFH) wurde Blumer Lehmann mit dem 4. Award Bildung Holz der Stiftung Kaderschulung Holztechnik ausgezeichnet. Der Preis ehrt Unternehmen, die sich in besonderer Weise für die Aus- und Weiterbildung in der Holzwirtschaft einsetzen. «Die Auszeichnung ist eine schöne Anerkennung für unser Engagement und die Arbeit in und rund um die Blumer Lehmann Academy. Wir haben gehofft, dass wir gute Chancen haben, aber direkt mit der Auszeichnung gerechnet, haben wir nicht», sagt Ursula Keller-Braun, HR-Expertin bei Blumer Lehmann auf Anfrage. Der Unternehmenstag Holz bringt jährlich Unternehmen und zukünftige Fachkräfte zusammen. Studierende der Holztechnik erhalten dabei Einblicke in Berufsfelder und Karrierewege, während Unternehmen frühzeitig Kontakte zu Talenten knüpfen können. Für Blumer Lehmann ist der Anlass ein wichtiger Treffpunkt – Vernetzung und Nachwuchsgewinnung gehören zur Unternehmensstrategie.
Im Zentrum der Auszeichnung steht die Blumer Lehmann Academy, die seit 2023 alle Bildungsinitiativen des Unternehmens bündelt. Sie versteht sich als strukturiertes System zur Entwicklung von Mitarbeitenden auf allen Ebenen – von der Grundbildung über Fachschulungen bis hin zu Führungsausbildungen. Profitieren soll letztlich jede und jeder im Unternehmen. Das Weiterbildungsangebot ist breit: Es reicht von Kommunikations- und Sprachkursen bis zu anerkannten Abschlüssen wie Höhere Fachausweise, die mit individuelle Weiterbildungsvereinbarungen unterstützt werden. Auch viele Sicherheitsschulungen gehören dazu. Gute Beispiele sind laut Unternehmen die Sprachkurse für fremdsprachige Mitarbeitende, die dazu beitragen, gemeinsame Werte zu verstehen und zu leben. Auch für Monteure und Verkaufsmitarbeitende, die sich regelmässig im englischsprachigen Raum bewegen, gehören Sprachkurse zum Angebot. Im Jahr 2025 wurden über 1500 Kursbesuche verzeichnet – Bildung ist damit fest im Arbeitsalltag verankert. Einen besonderen Stellenwert nimmt der «Wir-sind-Blumer-Lehmann-Tag» ein. Diesen veranstaltet Blumer Lehmann einmal im Jahrfür die Mitarbeitenden aller Standorte. «Dabei wird einerseits in den Abteilungen geschult und es werden gemeinsame Themen behandelt. Im Anschluss finden die Ehrungen der Jubilare und das Sommerfest statt», sagt Simone Agosti Minami, Leiterin Marketing und Kommunikation. Neben internen Angeboten öffnet die Academy zunehmend auch ihre Türen für externe Partner. Zudem finden regelmässig Fachtagungen verschiedener Verbände rund ums Holz auf dem Erlenhof statt, bei denen Blumer Lehmann eigene Fachbeiträge zu passenden Themen einbringt oder die Blumer Lehmann-Fachkräfte geben ihr Wissen extern weiter an Vorträgen oder Workshops. Das Unternehmen plant, die externen Academy- Angebote künftig weiter auszubauen.
Blumer Lehmann bildet aktuell 47 Lernende in fünf verschiedenen Berufen aus: Zimmermann/Zimmerin EFZ, Holzindustriefachfrau/-fachmann, Holzbearbeiterin/Holzbearbeiter, Zeichnerin/Zeichner Fachrichtung Architektur sowie Logistikerin/Logistiker. Die Nachwuchsförderung geht dabei über die reine Berufsausbildung hinaus: Mit der Lernwerkstatt, einem Götti/GottiProgramm und individueller Begleitung schafft das Unternehmen ein Umfeld, das auch Lernenden mit besonderen Herausforderungen einen erfolgreichen Berufsabschluss ermöglicht. Die Jury des Awards würdigt dieses soziale Engagement ausdrücklich als Beitrag zur Chancengerechtigkeit in der Berufsbildung. Der geschlossene Wertschöpfungskreislauf am Standort Gossau – von der Rundholzverarbeitung über die industrielle Weiterverarbeitung bis zur Planung, Produktion und Montage von hochkomplexen Holz- und Silobauten – eröffnet dabei ein einzigartiges Spektrum an beruflichen Möglichkeiten. Das Unternehmen nutze das Potenzial des Werkstoffs Holz vollständig aus und schaffe dadurch zahlreiche Laufbahnen mit Zukunftsperspektive, hält die Jury fest.
Die Auszeichnung versteht Blumer Lehmann auch als Signal an die gesamte Holzbranche. Wer in Bildung investiere, sichere nicht nur die eigene Zukunftsfähigkeit, sondern stärke die Holzwirtschaft als attraktiven Berufsweg. Geschäftsführer Holz und Modulbau Markus Rutz blickt dabei auch auf die technologischen Veränderungen, die auf die Branche zukommen: «Die Digitalisierung und der Einsatz von künstlicher Intelligenz werden auch unsere Branche verändern. Es gilt, die richtigen Werkzeuge zu definieren und die Ausbildungen entsprechend anzupassen – im engen Austausch zwischen Unternehmen und Ausbildungsstätten.» Die Digitalisierung spielt im Holzbau bereits heute eine grosse Rolle im Arbeitsalltag. Konkrete Schritte in Bezug auf den Einsatz von KI in der Ausbildung befinden sich noch in Planung. Klar ist jedoch die Stossrichtung: Blumer Lehmann will nicht nur auf Veränderungen reagieren, sondern diese aktiv mitgestalten – in der eigenen Academy und darüber hinaus.
Selim Jung
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