Susanne Hartmann
erntet für Ihre Aussagen zum Autobahnausbau harsche Kritik.
Stehend von links: Marco Lehmann, Andreas Jost und Ralf Zeller. Sitzend von links: Jan Büchler, Nico Hintermeister, Noa De Martin und Nina Moser. tb
Am Donnerstag lud die A. Lehmann Elektro AG zur Veranstaltung «Unsere Arbeitswelt 2030». Der grosse Andrang im Stammhaus der Blumer-Lehmann AG zeigte, dass die Technologieentwicklung und insbesondere der Einsatz Künstlicher Intelligenz im Arbeitsalltag auf grosses Interesse stossen.
Erlenhof «Wir waren überrascht, wie viele Anmeldungen kamen und wie schnell diese eingingen, nachdem wir den Anlass auf Social Media angekündigt hatten», erklärte Ralf Zeller, Geschäftsführer der A. Lehmann Elektro AG. Er dankte der Blumer-Lehmann AG für die Gastfreundschaft und die Zuteilung eines grösseren Saals aufgrund der vielen Anmeldungen. Zeller führte nach einer kurzen Vorstellung der A. Lehmann Elektro AG mit einer Mitteilung über Robotaxis ins Thema ein. Diese sollen schon ab 2027 im Rheintal und anschliessend auch im Thurgau ohne Fahrer unterwegs sein. Auf die Frage, wie die Arbeitswelt 2030 aussehen wird, gab Zeller einen ersten Überblick. Diese werde digitaler, flexibler und ortsunabhängiger sein. Der Kampf um Talente werde intensiv geführt werden. «Wir sehen anschliessend einige Talente unserer Firma und sind Ihnen dankbar, wenn Sie uns diese nicht abwerben», so der Geschäftsführer mit einem Augenzwinkern. Weiter würden das lebenslange Lernen und die KI-gestützte Arbeit weiter an Bedeutung gewinnen.
Nach der Einführung war es an den jungen Talenten Nico Hintermeister, Noa De Martin und Nina Moser sowie ihrem «etwas älteren Moderator» Jan Büchler, in einer kurzen Talkrunde mögliche Technologieanwendungen anzudenken. Die Statements reichten von «ich werde meinen Job vom Strand in Spanien aus machen», über «ich werde nur noch den Kaffee selbst rauslassen müssen, den Rest macht die KI» bis zu «ich werde eine autarke Stadt bauen». Nach Rücksprache mit einem KI-generierten Avatar eines Mitarbeiters der A. Lehmann Elektro AG kamen die Nachwuchskräfte zur Schlussfolgerung, dass es für die Kreativität auch zukünftig den Menschen braucht. Wichtig werde eine Kombination aus Empathie und Technologie sein: «Erfolgreiche Unternehmen kombinieren beides!»
Nach dem Talk war die Reihe an Marco Lehmann, Bereichsleiter ICT, der sich der Frage widmete, wie Künstliche Intelligenz schon heute den Arbeitsalltag verändert und wohin die Entwicklung führt. «Am Morgen werden wir durch eine KI begrüsst. Diese liefert eine kurze Zusammenfassung über alle Termine des Tages und die eingegangenen E-Mails, reserviert aufgrund des eingetragenen Kundenessens gleich einen Tisch im Restaurant und macht uns einen Vorschlag für die Kundenpräsentation am Nachmittag», schuf Lehmann ein mögliches Szenario für 2030. Weiter zeigte er auf, dass KI im Vergleich zu früheren Technologien von der Bevölkerung sehr schnell adaptiert wurde: «Massentaugliche KI-Anwendungen bestehen erst seit drei, vier Jahren und trotzdem werden sie schon von über 30 Prozent der Haushalte genutzt.» KI bringe wie jede Technologie neue Chancen und Risiken. So seien beispielsweise verschiedene Fragen des geistigen Eigentums zu klären.
Lehmann führte weiter aus, dass KI wie Chat GPT auf leistungsfähigen Sprachmodellen beruhen, die mit einer Vielzahl von Textdokumenten trainiert wurden. Diese Modelle basieren auf neuronalen Netzen, die komplexe Muster in Daten erkennen und daraus lernen. Der Referent zeigte diese Funktionsweise anhand eines kurzen Videoclips, der eine KI beim Spielen von Super Mario zeigt. Die KI lernt bei jedem Fehlversuch, bis sie die Spielfigur perfekt durch die Spielwelt leitet. Den Zuhörerinnen und Zuhörern, die KI im Geschäftsalltag einsetzen, empfahl Lehmann die Nutzung von Microsofts Copilot, weil dieser im Gegensatz zu Chat GPT die eingegebenen Daten nicht zum Lernen verwende. Auch könne Copilot auf hinterlegte Unterlagen zugreifen. Weiter kam Lehmann kurz auf die sogenannten AI-Agents zu sprechen. Dabei handelt es sich um KI-Tools, die für spezifische Anwendungen entwickelt werden. Dank dem App-Builder lasse sich inzwischen mit wenig Aufwand eine eigene App entwickeln. Noch etwas weiter in der Zukunft liege die Entwicklung von Artificial General Intelligence, einer Software mit menschenähnlicher Intelligenz und der Fähigkeit zum Selbststudium.
Nach Lehmanns Ausführungen referierte Andreas Jost, Leiter Energietechnik, zur nachhaltigen und smarten Nutzung von Energie. Er zeigte, dass der Peak im Elektrizitätsverbrauch in der Schweiz 2010 erreicht wurde und seither trotz einem Bevölkerungswachstum von rund 20 Prozent zurückging. «Massnahmen zur Energieeffizienz wirken und werden auch umgesetzt», schlussfolgerte Jost, der mittels Grafik aufzeigte, dass die Schweiz in der Lage wäre, ihren gesamten Energieverbrauch selbst zu decken. Die Erreichung der Klimaziele, die Kosten und die Wettbewerbsfähigkeit seien Anreize für die Unternehmen, Energie optimal zu nutzen. Jost führte aus, wie Energiemanagementsysteme bei der Steuerung und Optimierung des Energieverbrauchs helfen können. Weiter erklärte er die verschiedenen Funktionen von Batteriespeicheranlagen, für die sie immer mehr Anfragen erhielten. Und letztlich pries Jost die Vorzüge der Elektromobilität, die im Gegensatz zu den Verbrennern einen weit höheren Wirkungsgrad aufweist. «Würden in der Schweiz alle elektrisch fahren, würde nur 15 Prozent mehr Elektrizität benötigt, der CO2-Ausstoss liesse sich aber um 25 Prozent senken», so Jost. Der Ressourcenverbrauch von Batterien sei im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen nicht gross. «Batterien sind heute bis zu 90 Prozent recyclebar», schloss Jost.
Von Tobias Baumann
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