Fabian Diem
will eine Weiterentwicklung der Stiftung Zeitvorsorge forcieren.
Die Migros an der Alpsteinstrasse wird eine Filiale, die rund um die Uhr betreten werden kann – bis es so weit ist, muss aber die Einsprache noch bereinigt werden. sro
Eigentlich hätte im Sommer in Herisau die erste 24-Stunden-Migros der Schweiz eröffnet werden sollen. Doch nach wie vor enden die Öffnungszeiten wie gewohnt. Grund dafür ist eine hängige Einsprache.
Einsprache Mitte April gab die Detailhändlerin Migros bekannt, dass sie in Herisau den schweizweit ersten Migros-Supermarkt mit durchgehenden Öffnungszeiten plant. Dazu reichte die Migros bei der Gemeinde ein Gesuch ein. Doch bereits im Mai ging gegen das Gesuch für die veränderte Nutzung und die baulichen Massnahmen bei der Gemeinde eine Einsprache ein. Diese ist nach wie vor hängig, weswegen der 24-Stunden-Betrieb nicht wie geplant im Sommer starten konnte.
Welche Punkte der Einsprache besonders relevant sind und welche Schritte die Migros bisher unternommen hat, um die Situation zu klären, konnte Silke Seichter, Projektleiterin Kommunikation der Genossenschaft Migros Ostschweiz, nicht beantworten. «Mit Blick auf das laufende Verfahren können wir derzeit keine Auskunft dazu erteilen», so die Mediensprecherin. Und da das Verfahren noch laufe, könne auch keine Einschätzung getätigt werden, wann mit einer Einigung oder Entscheidung gerechnet werden kann. «Wir hoffen, die Migros an der Alpsteinstrasse baldmöglichst rund um die Uhr für unsere Kundinnen und Kunden öffnen zu können», so Seichter. Das Modell soll folgendermassen aussehen: Während der bislang geltenden Öffnungszeiten bleibt das Geschäft normal bedient. Nach Ladenschluss soll die Filiale in den Selbstbedienungsmodus wechseln.
Die Kundinnen und Kunden erhielten dann mit ihrer Debit- oder Kreditkarte sowie Cumulus-Code Zutritt zum Selbstbedienungsladen. Bezahlt würde schliesslich an den Self-Checkout-Kassen oder via Migros-App. Auch an Feiertagen hätte die Kundschaft Zutritt zur Filiale. «Die Migros Alpsteinstrasse wird zur Sicherheit unserer Kundinnen und Kunden komplett video- und sensorüberwacht sein, eine Notrufzentrale ist rund um die Uhr erreichbar und nimmt auch selbst über Lautsprecher Kontakt mit den Kundinnen und Kunden auf, wenn die Sicherheitssysteme eine Bedrohung oder Notfallsituation registrieren, beispielsweise eine gestürzte Person», sagt Seichter. Die Aktivierung der Zutritts- und Überwachungstechnologien, dank derer der Supermarkt zum Selbstbedienungsladen wird, würde jeweils nach Ende des bedienten Betriebs erfolgen.
Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter würde sich durch die Anpassung des Konzepts der Filiale nicht viel ändern. «Filialleiter Rezon Ibraimi und sein Team werden vor Ladenschluss die Regale auffüllen und ausserdem am Morgen mehr Zeit dafür einplanen, alles andere bleibt unverändert», sagt Seichter. Auch würden Ibraimi und sein Team genau beobachten, welche Produkte besonders gefragt sind, um das ideale Sortiment für die Bedürfnisse der Kundschaft zusammenstellen zu können. Sollte einmal etwas ausverkauft sein, dann müssen die Kundinnen und Kunden warten, bis die Filiale morgens wieder regulär mit Personal öffnet. Plant Migros weitere Filialen in der Schweiz rund um die Uhr zu öffnen, wenn das Projekt in Herisau erfolgreich umgesetzt wird? Das ist heute noch unklar. «Zunächst wollen wir Erfahrungen am Pilotstandort in Herisau sammeln, auf deren Basis planen wir die nächsten Schritte.»
Die 24-Stunden-Filiale ist nicht zu verwechseln mit den im Jahr 2022 lancierten Kleinfilialen «Teo». Dabei handelt es sich um Automaten mit fünfzig bis hundert Quadratmetern Verkaufsfläche in Holzbauten und Innenräumen, in denen die Kundschaft auch rund um die Uhr Zugang hat. Bislang bestehen acht solcher Selbstbedienungsläden. Mit dem Pilotprojekt in Herisau möchte die Migros auf die steigende Nachfrage nach flexiblen Einkaufsmöglichkeiten reagieren. Die Filiale wird mit der Teo-Technik ausgestattet.
Stefanie Rohner
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