Florian Kobler
sorgt sich um den Mangel an altersgerechten Wohnungen im Kanton.
Von links: Philipp Gemperle, Hans Höhener, Andrina Schmid, Roger de Weck. we
Der Zukunft der Medien im Appenzellerland und einer gut informierten Gesellschaft galt eine Veranstaltung im Lindensaal in Teufen. Roger de Weck und Hans Höhener unterstrichen die Notwendigkeit, den Qualitätsjournalismus auch mit staatlichen Mitteln und mit der Vermittlung von Medienkompetenz der Jungen zu fördern.
Qualitätsjournalismus Zu Beginn gab SP-Kantonsrätin Annegret Wigger, Heiden, bekannt, dass es gelte, mit drei kompetenten Gästen hinter die Kulissen der Medien zu blicken. Hierauf sorgte Philipp Gemperle von der Kommissionsagentur «Die Botschafter» und Vizepräsident der FDP Thurgau, für eine lebhafte und äusserst fachkundige Auseinandersetzung mit dem Thema.
Roger de Weck, ehemaliger Generaldirektor der SRG und Mediensachverständiger, wies zunächst auf die Herausforderungen hin, denen sich die Medien heute stellen müssen, wobei er seine Ausführungen mit vielen Beispielen belegte. Die Inserate waren lange das finanzielle Rückgrat der Medien, sind jedoch kräftig eingebrochen. Dazu kommt, dass die grossen Medienkonzerne stets eine kurzfristige Maximierung der Gewinne statt eine langfristige Ausrichtung verfolgen. De Weck sprach sich für einen qualitativ hochstehenden Journalismus aus, der nicht das billige Schwarz-Weiss-Muster hochhält, sondern auch die Grautöne zum Ausdruck bringe. Guter Journalismus baue auf Fakten auf, halte Distanz zu den Mächtigen, aber auch zum Publikum. Tiefgreifende Recherchen seien erforderlich, wozu bestausgebildete Journalisten notwendig seien. Zur Frage, was guter Journalismus sei, nannte er überdies das Prüfen, das in einen Zusammenhang Stellen, das Kommentieren und Korrigieren. Unbequemes Agieren werde jedoch – international gesehen – immer stärker zurückgedrängt.
Zur Verbesserung der heutigen Situation forderte de Weck eine Stärkung der Medien an und erwähnte die aus seiner Sicht gute Lösung in seinem Heimatkanton Fribourg, wo die öffentliche Hand ein Zeitungabonnement für junge Leute finanziere. Auch verwies er auf die nordischen Länder mit ihrer stark ausgebildeten Unterstützung der Printmedien. Das Lesen von politischen Stoffen müsse gefördert werden, was gerade in unserer direkten Demokratie so wichtig sei. Natürlich wandte sich de Weck in diesem Zusammenhang gegen die Kürzungen der öffentlichen Leistungen für die SRG und unterstrich deren Leistungen in vier Sprachen. Der Schutz der Minderheiten sei wichtig in unserem Land und dürfe nicht zerschlagen werden. Die kommerziellen Sender könnten nicht in die Bresche springen. Der jungen Generation sei aufzuzeigen, dass der Qualitätsjournalismus von grossem Wert sei und durch die Sozialen Medien nicht ersetzt werden könne. In seinem Schlusswort wies de Weck speziell darauf hin, dass ein gut informierendes Radio sehr wertvoll sei, zumal es auch intensiv gehört werde.
Alt Landammann Hans Höhener, Teufen, beleuchtete das Thema engagiert aus breiter Sicht und zeigte sich nicht ganz zufrieden mit der heutigen Mediensituation im Appenzellerland, lobte aber die lokale Ausrichtung und Verwurzelung des Innerrhoder Volksfreundes. Bei der Appenzeller Zeitung missfällt ihm namentlich die Aufgabe des Redaktionsdomizils in Herisau, worunter der direkte Kontakt zur Bevölkerung leide. Höhener sprach sich auch für eine Medienvielfalt aus, die auch durch optimale Nutzung zu fördern sei. Der Informationsfluss dürfe nicht beeinträchtigt werden, die heutigen Kanäle seien zu erhalten, wobei er auch die St.Galler Nachrichten erwähnte.
Auf der anderen Seite gelte es, das Interesse für regionale und lokale Fragen zu fördern, die namentlich schon in den Schulen zu wecken sei, was auch die Podiumsteilnehmerin Andrina Schmid, Geschäftsführerin Use The News, mehrmals unterstrich. Es sei alles zu unternehmen, um auch die Jungen mit politischen Themen zu erreichen. Plattformen für die demokratische Auseinandersetzung seien in unserem Staatswesen unverzichtbar. Zur Finanzierung der SRG meinte Höhener, auch die schweizerische Vielfalt, das Brauchtum und Reportagen zu sportlichen Leistungen müssten von den Medien unbedingt weiterhin gepflegt werden können.
we
Lade Fotos..