Fabian Diem
will eine Weiterentwicklung der Stiftung Zeitvorsorge forcieren.
In der Gemeinde Trogen sorgen mehrere Rücktritte aus dem Gemeinderat für Gesprächsstoff.
In der Gemeinde Trogen stehen per Ende des Amtsjahres 2025/2026 mehrere personelle Wechsel an: Zwei Gemeinderätinnen treten zurück, ebenso ein Mitglied der Geschäftsprüfungskommission. Während der Gemeinderat von unterschiedlichen Auffassungen in der Zusammenarbeit spricht und einen Entwicklungsprozess ankündigt, fordert die SP Trogen mehr Transparenz und stellt konkrete Fragen zur Führung und Stabilität des Gremiums.
Politik In der Gemeinde Trogen kommt es per Ende des Amtsjahres 2025/2026 zu personellen Veränderungen in der politischen Führung. Auf den 31. Mai 2026 treten die beiden Gemeinderätinnen Simone Thoma und Fabienne Sutter aus dem Gemeinderat zurück. Gleichzeitig gibt Christian Brunner seinen Rücktritt aus der Geschäftsprüfungskommission (GPK) bekannt. Er gehörte der GPK seit 2022 an und war mitverantwortlich für die Prüfung der Gemeinderechnung, die Kontrolle der Geschäftsführung von Gemeinderat und Verwaltung sowie die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben.
Simone Thoma gehört dem Trogener Gemeinderat seit dem 1. Juni 2019 an und verantwortet das Ressort Sozialwesen und Gesundheit. In dieser Funktion war sie in zahlreichen Kommissionen und Organisationen tätig. Sie vertrat die Gemeinde unter anderem bei den Sozialen Diensten Appenzeller Mittelland, leitete die Einbürgerungskommission und wirkte in der Erbteilungskommission sowie in der Betriebskommission des Wohn- und Pflegeheims Boden mit. Zudem engagierte sie sich in der Spitex Appenzellerland und in der Kommission Gutes Altern Speicher Trogen. Auch im Bereich der Jugend war sie stark involviert und vertrat die Gemeinde bei der Jugendarbeit TWR, dem Kinderhort Pinocchio, der Spielgruppe Trogen sowie bei der Bibliothek und der Ludothek Speicher-Trogen.
Fabienne Sutter ist seit dem 1. Juni 2024 Mitglied des Gemeinderates und leitete das Ressort Umwelt, Energie, Verkehr und baulicher Brandschutz. Sie ist Vizepräsidentin der Baubewilligungs- und Planungskommission, präsidiert die Energiekommission, die künftig als Nachhaltigkeitskommission geführt wird, und gehört ebenfalls der Einbürgerungskommission an. Darüber hinaus ist sie Mitglied der Arbeitsgruppe «Trogen.Vielfalt» und vertritt die Gemeinde im Vorstand des Vereins Goldach Gewässerperle Plus.
Der Gemeinderat begründet die beiden Rücktritte mit unterschiedlichen Auffassungen in der Zusammenarbeit innerhalb des Gremiums. Als Reaktion darauf befindet sich der Gemeinderat nach eigenen Angaben in einem begleiteten Entwicklungsprozess. Ziel sei es, die Situation zu klären sowie die Stabilität und die langfristige Handlungsfähigkeit des Rates sicherzustellen. Die beiden zurücktretenden Gemeinderätinnen seien in diesen Prozess eingebunden und könnten sich weiterhin einbringen. Der Gemeinderat bedauert die Rücktritte und dankt Simone Thoma und Fabienne Sutter ausdrücklich für ihr Engagement zugunsten der Bevölkerung.
Nun äussert sich die SP Trogen zu den Abgängen. Die Ortspartei zeigt sich überrascht über die ausserordentlichen Rücktritte. «Die offizielle Mitteilung des Gemeinderates am 8. Dezember ist einerseits sehr dürftig, lässt aber mit der Begründung 'aufgrund von unterschiedlichen Auffassungen in der Zusammenarbeit' aufhorchen», schreibt Jens Weber von der SP Trogen in einer Medienmitteilung. Aus diesem Grund lud die SP ihre Mitglieder noch vor Weihnachten zu einem Austausch ein.
Die Partei betont, dass der Gemeinde mit Simone Thoma und Fabienne Sutter zwei engagierte Gemeinderätinnen verloren gehen, deren Arbeit sichtbar und prägend gewesen sei. «Ausserordentliche Rücktritte und Verunsicherungen sind vielfach Ausdruck der gelebten Führungskultur», so Weber. Entsprechend formuliert die SP eine Reihe von Fragen an den Gemeinderat. Diese betreffen unter anderem die konkrete Bedeutung der genannten unterschiedlichen Auffassungen, geplante Änderungen in der Führungskultur sowie den Zusammenhang zwischen den Rücktritten und der Zusammenarbeit im Gemeinderat.
Weitere Fragen beziehen sich auf die Stellvertretungsregelung während der krankheitsbedingten Abwesenheit der Gemeindepräsidentin im vergangenen Sommer, auf das Pensum des Gemeinderatspräsidiums sowie auf mögliche Zusammenhänge zwischen der gesundheitlich belastenden Phase der Gemeindepräsidentin und den Rücktritten. Zudem verlangt die SP Auskunft darüber, wie der Gemeinderat das Vertrauen in der Bevölkerung wiederherstellen und die Kontinuität in Gemeinderat und Verwaltung sichern will – insbesondere im Hinblick auf künftige Kandidaturen.
Der Gemeinderat hat inzwischen mitgeteilt, dass die von der SP Trogen veröffentlichten Fragen an der nächsten Gemeinderatssitzung vom 13. Januar behandelt werden. Wann und in welcher Form die Antworten erfolgen, will der Gemeinderat im Rahmen dieser Sitzung festlegen. Bereits zuvor hatte er angekündigt, am Parteiengespräch vom 21. Januar zu eingereichten Fragen Stellung zu nehmen. Die SP erwartet eine zeitnahe öffentliche Klärung, damit Transparenz geschaffen und Vertrauen in ein funktionierendes Kollegium ermöglicht wird.
Selim Jung
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