Fabian Diem
will eine Weiterentwicklung der Stiftung Zeitvorsorge forcieren.
Robert Di Falco. z.V.g.
Der Appenzeller Tierschutzverein organisiert erstmals in Zusammenarbeit mit NetAP - Network for Animal Protection und dem Schweizer Tierschutz (STS) eine Kastrationsaktion für Katzen in den KantonenAppenzell Ausser- und Innerrhoden. Damit sollen bedrohliche Krankheiten und die unkontrollierte Vermehrung der Tiere eingedämmt werden.
Aktionstag «Wir sind punktuell immer damit beschäftigt, Katzen kastrieren und medizinisch versorgen zu lassen. Eine gemeinsame Aktion ergibt Sinn, da die Tiere keine Kantonsgrenzen kennen», erläutert Robert Di Falco, Präsident des Appenzeller Tierschutzvereins. Die Zusammenarbeit mit NetAP sei dabei ein Glücksfall. «Die Tierschutzorganisation hat in der Schweiz schon viele Kastrationsaktionen durchgeführt», so Di Falco.
Am 15. November findet nun im Schulhaus in Stein die Aktion statt – Tierärztinnen und Tierärzte werden die Tiere kastrieren und medizinisch versorgen. «Viele der Tiere haben noch nie eine Tierarztpraxis gesehen. Sie werden also geimpft, entwurmt, von Parasiten befreit und kastriert», sagt Di Falco. Tiere, welche eine längere Nachsorge oder Pflege brauchen, kommen vorübergehend auf Pflegestellen oder in einem Tierheim unter. Die meisten könnten abends wieder abgeholt werden. «Die Wunden heilen in der Regel schnell.» Von den vielen Anmeldungen, die bereits eingegangen sind, wurde der Tierschutzverein überrascht. «Wir dachten, viele Tierbesitzer seien noch skeptisch, aber wir haben bereits 80 angemeldete Tiere. Somit haben wir unsere Kapazitätsgrenze erreicht.» Vor allem Landwirte wurden für die Aktion angesprochen. «Auf den Höfen auf dem Land fällt oftmals nicht auf, wenn eine Katze dort lebt, die ursprünglich gar nicht von dort ist. Und es ergibt Sinn, die Tiere zu kastrieren, damit sie sich nicht weiter unkontrolliert vermehren können», so Di Falco. Tiere, die am Aktionstag kastriert werden, sollen gekennzeichnet werden, damit man für kommende Aktionstage weiss, welche Tiere bereits behandelt wurden.
Auch Krankheiten sollen nebst der unkontrollierten Vermehrung so eingedämmt werden. «So haben wir die Chance, sie zu behandeln, damit sie sich nicht immer weiter ausbreiten und chronisch werden.» Es geht bei der Aktion auch darum, einen genaueren Überblick über die Katzenpopulationen zu gewinnen. «Wir haben keine genauen Zahlen von Katzen, die keinem Besitzer zugeordnet werden können. Wenn wir die Aktion mehrfach durchführen, haben wir ein viel klareres Bild», sagt der Präsident des Vereins. Allein in einem Wurf könnten rund sechs bis zwölf Katzen zur Welt kommen. Rechnet man das hoch, habe man nach vier Jahren schon über 2'000 Katzen, die niemandem zugeordnet werden. «Für die Weibchen ist das stetige trächtig sein anstrengend. Mit der Kastration können wir das verhindern», sagt Di Falco. Bei einer erneuten Durchführung einer Kastrationsaktion sind die Besitzer angehalten, ihre Bestände zu kontrollieren und weitere Tiere ebenfalls zu bringen.
Langfristig erhofft sich der Appenzeller Tierschutzverein, dass man das Problem der unkontrollierten Vermehrung in den Griff bekommt und nicht immer nur einzelne Brandherde löscht. Der Verein ist mit dem Veterinäramt in engem Austausch und dieses ist froh um genauere Zahlen. Di Falco sagt, es wäre wünschenswert, dass es sowohl eine Registrierungspflicht als auch eine Kastrationspflicht für Katzen geben würde. «So könnte jedes Tier einer Person zugeordnet werden, welche die Verantwortung trägt und übernimmt», so Di Falco. Kastrierte Katzen wären zudem viel weniger in Revierkämpfe verstrickt, was weniger Verletzungen nach sich ziehen würde. «Uns ist wichtig, dass das Thema präsenter wird und wir über die Vorteile der Kastration aufs Tierwohl umfassend informieren können. Wir möchten den Leidensdruck der Tiere und der Bevölkerung vermindern und schlimmere Zustände auf jeden Fall verhindern», erklärt Di Falco.
Stefanie Rohner
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