Fabian Diem
will eine Weiterentwicklung der Stiftung Zeitvorsorge forcieren.
z.V.g.
Die ersten Nachtfröste kündigen sich an, und spätestens wenn die Temperaturen unter null Grad fallen, wird es Zeit für den grossen Winter-Check. Eigenheimbesitzer stehen jetzt vor der Aufgabe, Haus und Garten systematisch auf die kalte Jahreszeit vorzubereiten. Denn was im Herbst versäumt wird, kann im Winter zu kostspieligen Schäden führen.
In der Schweiz, wo im Mittelland durchschnittliche Wintertemperaturen von 0 °C bis -5 °C herrschen und in Hochlagen sowie Kältelöchern extreme Temperaturen von -10 °C bis -20 °C auftreten können, können unvorbereitete Häuser schnell zum Kostenfaktor werden. Geplatzte Wasserleitungen, durch Frost beschädigte Gartenmöbel oder defekte Gartengeräte – all diese Schäden lassen sich durch rechtzeitige Vorbereitung vermeiden. Gleichzeitig schafft eine gut durchdachte Wintervorbereitung die Grundlage für entspannte Monate in den warmen vier Wänden. Diese systematische Checkliste führt Sie durch alle wichtigen Bereiche – von der Terrasse bis zum Keller.
Der wichtigste Punkt beim Winterschutz betrifft die Wasserleitungen im Aussenbereich. Gefrierendes Wasser dehnt sich aus und kann Rohre zum Platzen bringen – ein Schaden, der schnell mehrere tausend Franken kosten kann.
Die wichtigsten Schritte für den Wasserleitungsschutz:
Schritt 2: Gartenmöbel und Terrasse vorbereiten Hochwertige Gartenmöbel überstehen zwar meist auch härtere Winter im Freien, doch die richtige Lagerung verlängert ihre Lebensdauer erheblich. Holzmöbel sollten vor der Einlagerung gereinigt und bei Bedarf mit Holzschutzöl behandelt werden. Stapelbare Kunststoffstühle lassen sich platzsparend im Gartenhaus oder Keller verstauen. Schwere Gartentische können mit wasserdichten Abdeckplanen geschützt draussen bleiben – achten Sie dabei auf ausreichende Belüftung unter der Plane, um Schimmelbildung zu vermeiden. Terrassen und Gehwege benötigen ebenfalls Aufmerksamkeit. Entfernen Sie Laub und Moos gründlich, da feuchte Blätter und Bewuchs bei Frost eine erhebliche Glatteisgefahr darstellen. Kontrollieren Sie zudem die Fugen zwischen den Terrassenplatten – hier eindringende Feuchtigkeit kann bei Frost zu Rissen führen. Schritt 3: Geräteschuppen und Garage winterfest machen Der Geräteschuppen wird zum Winterquartier für empfindliche Gartengeräte. Benzinrasenmäher benötigen eine spezielle Winterpflege: Lassen Sie den Tank komplett leerlaufen oder verwenden Sie Kraftstoffstabilisator. Entfernen Sie Grasreste vom Mähwerk und behandeln Sie Metallteile mit Rostschutzspray. Reinigen Sie alle Gartengeräte gründlich und kontrollieren Sie Holzstiele auf Risse oder Splitter. Ein dünner Ölfilm auf Metallteilen verhindert Rostbildung während der Wintermonate. Gartenscheren und andere Schneidwerkzeuge sollten geschärft und eingefettet werden. Schritt 4: Sonderfall Akku-Geräte – richtige Lagerung in der Kälte Moderne Gartengeräte mit Lithium-Ionen-Akkus erfordern besondere Aufmerksamkeit. E-Bikes, Akkuschrauber, Heckenscheren und Rasenmäher mit Elektroantrieb reagieren empfindlich auf extreme Temperaturen. Kälte reduziert nicht nur die Leistung, sondern kann die Akkuzellen dauerhaft schädigen. Die optimale Lagertemperatur für Lithium-Ionen-Akkus liegt zwischen +15 °C und +18 °C. Temperaturen über +20 °C sollten bei längerer Lagerung vermieden werden, da sie die Alterung der Akkus beschleunigen. Lagern Sie die Geräte deshalb im beheizten Keller, in der Garage oder im Wohnbereich. Vor der Einlagerung sollten die Akkus auf etwa 50 bis 70 Prozent geladen werden – weder komplett voll noch völlig leer. Besonders empfindlich reagieren Akkus auf die Lagerung. Um sicherzugehen, dass die teuren Energiezellen den Winter unbeschadet überstehen und im Frühling noch volle Leistung bringen, lohnt sich ein kurzer Gesundheitscheck. Für technisch Interessierte gibt es sogar Möglichkeiten, die genaue Restkapazität eines Akkus zu messen, um dessen Zustand zu bewerten. Kontrollieren Sie die Akkus alle zwei bis drei Monate und laden Sie sie bei Bedarf nach. Vermeiden Sie es, die Geräte bei Minusgraden zu laden – dies kann zu irreversiblen Schäden führen. Schritt 5: Innenbereich – Heizung und Gebäudehülle prüfen Auch im Hausinneren stehen wichtige Wintervorbereitungen an. Beginnen Sie mit der Heizungsanlage: Entlüften Sie alle Radiatoren systematisch, um eine optimale Wärmeverteilung zu gewährleisten. Prüfen Sie den Wasserdruck im Heizsystem – er sollte zwischen 1,2 und 2,0 bar liegen, wobei für Einfamilienhäuser meist 1,5 bis 1,8 bar optimal sind. Der benötigte Druck hängt dabei von der Gebäudehöhe ab: Pro 10 Meter Höhenunterschied wird etwa 1 bar Druck benötigt. Die Fensterdichtungen verdienen besondere Aufmerksamkeit. Poröse oder rissige Dichtungen führen zu Wärmeverlusten und können Feuchteschäden verursachen. Testen Sie die Dichtigkeit mit einem brennenden Zündholz oder einer Kerze – flackert die Flamme, ist Handlungsbedarf gegeben. Kontrollieren Sie auch die Dachrinnen vom Innenbereich aus. Wasserflecken an der Decke oder feuchte Stellen an den Wänden deuten auf verstopfte oder undichte Regenrinnen hin. Diese sollten vor dem ersten Frost gereinigt und repariert werden. Schritt 6: Pflanzen und Rasen winterfest machen Der Garten selbst benötigt ebenfalls Winterschutz. Empfindliche Pflanzen wie Rosen, Lavendel oder mediterrane Gewächse sollten mit Vlies, Jute oder speziellen Schutzhauben abgedeckt werden. Achten Sie dabei auf ausreichende Luftzirkulation. Räumen Sie das letzte Laub vom Rasen – eine dicke Laubschicht kann zu Pilzbefall und gelben Flecken führen. Ein letzter Schnitt etwa eine Woche vor dem ersten Frost (je nach Witterung meist Ende Oktober bis Anfang November) sorgt dafür, dass das Gras nicht zu lang in den Winter geht und weniger anfällig für Schneeschimmel wird. Topfpflanzen gehören ins Winterquartier oder an einen geschützten Standort. Umhüllen Sie die Töpfe mit isolierendem Material, da Wurzeln in Containern besonders frostgefährdet sind. Schritt 7: Notfallvorsorge und Dokumentation Legen Sie sich einen Winternotfallplan zurecht. Notieren Sie wichtige Telefonnummern von Handwerkern, der Hausverwaltung oder Versicherung. Fotografieren Sie den Zustand wichtiger Anlagen vor dem Winter – dies kann bei Schadensfällen hilfreich sein. Ihre Winter-Notfallausrüstung sollte bereitstehen: Mit dieser systematischen Vorbereitung starten Sie sicher in die Wintermonate. Die investierte Zeit im Herbst erspart Ihnen teure Reparaturen und Ärger in der kalten Jahreszeit. Ihr Haus und Garten sind dann bestens gerüstet für Frost, Schnee und eisige Temperaturen. pd
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