Fabian Diem
will eine Weiterentwicklung der Stiftung Zeitvorsorge forcieren.
Öffnungszeiten
Die Meinungen zur Erweiterung der Ladenöffnungszeiten sind auch unter den Detailhandelsunternehmen geteilt. Während die grossen Ketten die Vorlage, über die am 18. Mai im Kanton St.Gallen abgestimmt wird, gutheissen, meist aber ohne die Absicht, die neuen Möglichkeiten voll auszunützen, ist eine Ablehnung im Einzelhandel zu spüren.
Abstimmungsvorlage Im neuesten Geschäftsbericht des Kantonalen Gewerbeverbandes St.Gallen nimmt die Präsidentin der Gruppe Handel, Rebekka Rebmann-Kunz, unter dem Motto «Verlängerte Ladenöffnungszeiten für wenige ein Segen, für uns ein Fluch» pointiert Stellung gegen die Vorlage. Sie verweist auf die 2021 von der Gruppe Handel durchgeführten internen Abstimmung zur Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten, welche ausdrücklich zeigte, dass die überwiegende Mehrheit der St.Galler Detaillisten keine verlängerten Öffnungszeiten wünschen. Rebmann nimmt an, dass sich die Einstellung der Gruppe Handel seither nicht geändert hat: «Verlängerte Öffnungszeiten sind für einige wenige Detailhändler ein Segen, wenn sie bereits am frühen Morgen oder am späten Abend zusätzliche Kunden begrüssen dürfen. Das sind aber meist grosse Player mit anderen finanziellen Mitteln. Doch längere Öffnungszeiten bedeuten nicht per se mehr Kunden oder höhere Einnahmen. Für viele kleinere Detaillisten ist eine solche Gesetzesänderung ein Fluch. Denn mit den erweiterten Öffnungszeiten am Morgen und am Abend vermögen sie nicht den Mehrumsatz zu generieren, der für die Entlöhnung des Personals für diese zusätzlichen Arbeitsstunden notwendig wäre.» Es sei daher die Aufgabe der Gruppe Handel, argumentiert sie weiter, gemeinsam und entschlossen gegen diese Pläne aufzutreten und die berechtigten Interessen des Detailhandels zu verteidigen.
Inzwischen ist ein Prospekt von St.Galler Detaillisten in Form eines Leporellos verteilt worden. «Ein Nein schützt die kleinen Fachgeschäfte» wird hier argumentiert. Dabei wird angegeben, wie viele Läden zwischen 2012 und 2022 eingegangen sind, so über ein Drittel der Bäckereien und über 40 Prozent der Schuhgeschäfte. Es wird behauptet, wer längere Öffnungszeiten erzwinge, setze kleine Geschäfte unter Druck und verschärfe den Wettbewerb. Fachgeschäfte stünden für Qualität und fundierte Beratung, könnten diese aber nur bieten, wenn sie wirtschaftlich überleben könnten.
Trotz dieser Gegnerschaft unter Gewerbebetrieben empfiehlt die Industrie- und Handelskammer St.Gallen-Appenzell (IHK) ein Ja. Die Anpassung verschaffe dem St.Galler Detailhandel gleich lange Spiesse wie in den umliegenden Kantonen und stärke die Entscheidungsfreiheit von Kundschaft und Detailhändlern, erklärt IHK-Direktor Markus Bänziger. In der IHK-Verlautbarung wird betont, dass die Gesetzesänderungen niemanden zu längeren Öffnungszeiten verpflichtet und dass die Vorschriften des Arbeitsgesetzes unverändert bestehen bleiben und den Schutz der Arbeitnehmenden regeln.
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