Fabian Diem
will eine Weiterentwicklung der Stiftung Zeitvorsorge forcieren.
Öffentliche Plätze sind mehr als Durchgangsorte; sie prägen das Bild einer Stadt, geben Raum für Begegnungen und schaffen eine Atmosphäre, die das Wohlbefinden positiv beeinflusst. Eine sorgfältige Gestaltung mit Blick auf Nachhaltigkeit trägt dazu bei, dass solche Orte lebendig wirken und gerne genutzt werden. freepik
Eine clever strukturierte Planung fördert ökologische Stabilität und steigert zugleich die Lebensqualität in der Stadt. In St. Gallen sind seit 1980 rund 383 Fussballfelder Grünraum verschwunden, obwohl die Einwohnerzahl weitgehend stabil blieb. Gleichzeitig ging die Vielfalt an Brutvogelarten deutlich zurück. Ganze neun von zwölf Arten verloren ihre Lebensräume.
Das Städtemonitoring von Avenir Suisse zeigt, dass St. Gallen beim Anteil an Grünanlagen im Siedlungsraum nur den achten Platz unter grossen und mittelgrossen Schweizer Städten erreicht. Der Wert liegt bei 9,6 Prozent, wohingegen Genf mit 17 Prozent deutlich besser abschneidet. Auch die Baumkronenabdeckung wirkt besorgniserregend. In St. Gallen beträgt sie 14,4 Prozent der bebauten Fläche, Zürich und Lausanne verzeichnen höhere Werte. Der Nachholbedarf in puncto Nachhaltigkeit wird also deutlich. Eine nachhaltige Stadtgestaltung richtet sich jedoch nicht allein auf ökologische Effekte aus. Sie schafft Räume, die die Aufenthaltsqualität verbessern und das soziale Miteinander stärken. Grünflächen laden beispielsweise zum Entspannen ein, wirken als Treffpunkte im Alltag und fördern ein gesundes Stadtklima. Gleichzeitig geben sie einer Stadt Identität und ein freundliches Erscheinungsbild. Wenn Planungen langfristig auf Natur, Materialqualität und Pflege abgestimmt sind, entstehen schliesslich Orte, die Menschen gerne nutzen und die dauerhaft Bestand haben. Nachhaltigkeit in der Gestaltung bedeutet auch, über Generationen hinweg zu denken. Ein ausgewogenes Konzept vermeidet dazu schnelle, kurzfristige Lösungen und legt stattdessen den Fokus auf dauerhafte Qualität.
Ein lebendiger Platz lädt Menschen dazu ein, sich aufzuhalten und miteinander in Kontakt zu treten. Familien treffen sich nach dem Einkauf, Jugendliche nutzen offene Flächen für gemeinsame Aktivitäten und ältere Menschen schätzen eine Umgebung, die ihnen Ruhe und Sicherheit vermittelt.
Die passende Begrünung sorgt zusätzlich für ein angenehmes Klima und verleiht der Umgebung eine natürliche Atmosphäre. Auch die Möblierung hat einen wesentlichen Anteil daran, wie ein Platz wahrgenommen wird. Parkbänke laden zum Verweilen ein, schaffen Gelegenheiten für Gespräche und geben spontanen Begegnungen einen Rahmen. So entsteht eine offene Umgebung, die Bewegung, Austausch und Erholung gleichermassen unterstützt. Denn Stadtplätze entwickeln ihre volle Wirkung, wenn sie vielseitig nutzbar sind. Ein kleiner Wochenmarkt, ein spontanes Konzert oder Treffpunkte für Nachbarschaftsinitiativen bereichern die Fläche zusätzlich. Damit solche Nutzungen gelingen, braucht es eine sinnvolle Anordnung von Wegen, Sitzmöglichkeiten und Grünbereichen. Jede Gestaltung, die Offenheit signalisiert, fördert den Austausch und vermittelt ein Gefühl von Gemeinschaft.Massgeblich bleibt dabei auch die Balance, denn offene Räume ohne Gestaltung wirken schnell karg, überladene Flächen hingegen nehmen den Menschen die Freiheit, den Platz selbst zu beleben. Eine klare Struktur, kombiniert mit genügend Spielraum für verschiedene Nutzungen, macht den Unterschied.
Die Auswahl der Materialien entscheidet darüber, wie lange ein Platz seine Funktion erfüllt und wie ressourcenschonend er sich betreiben lässt. Robuste Werkstoffe senken zum Beispiel den Pflegeaufwand und sichern eine gleichbleibend hohe Qualität. Holz, Metall oder Beton eignen sich besonders, wenn sie sinnvoll kombiniert und sorgfältig verarbeitet werden, recycelbarer Edelstahl ist jedoch die nachhaltigere Option.
Nachhaltige Lösungen zeichnen sich durch mehrere Eigenschaften aus. Sie
Die zeitgemässe Stadtplanung integriert zunehmend ökologische, soziale und gestalterische Faktoren auf gleicher Ebene. Ein Platz wirkt beispielsweise lebendig, wenn er Grün und funktionale Abläufe kombiniert. Ein konkreter Zahlenbezug unterstreicht die Dimension. In Schweizer Städten nimmt die Waldfläche in urbanen Gebieten circa ein Drittel der Fläche ein. Diese grüne Infrastruktur trägt zur Klimaregulation, Erholung und Biodiversität bei. Eine nachhaltige Planung geht also auch aufgrund der einzuplanenden Wachstumsphasen über kurzfristige Projekte hinaus. Sie schafft vielmehr den Rahmen für Plätze, die flexibel bleiben, den urbanen Alltag unterstützen und langfristig spürbare Lebensqualität liefern. pd
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