Oskar Seger
schaut mit Vorfreude auf die bevorstehenden Fasnachtstage.
Im ersten Heimspiel des Jahres verloren die St.Galler nach 2:0-Führung gegen Servette, am Sonntag kassierten sie gegen Luzern in der 95. Minute den Ausgleich. Heute soll der erste Sieg 2026 her. tb
Vor fast genau drei Jahren standen sich der FC St.Gallen und der FC Basel ebenfalls im Cupviertelfinal im Kybunpark gegenüber. Damals setzten sich die Nordwestschweizer durch. Von der damaligen Partie stehen allerdings nur noch wenige Akteure im Kader.
Fussball Nach fast drei Jahren erhält der FC St.Gallen die Chance, spät Revanche zu nehmen für eine äusserst bittere Niederlage im Viertelfinal des Schweizer Cups. Am 1. März 2023 empfingen die Espen den FC Basel und nachdem die Ostschweizer in den beiden Saisons zuvor jeweils den Cupfinal erreicht hatten, waren die Zuversicht und der Hunger auf eine weitere Reise in die Bundesstadt – mit einem besseren Ende – enorm gross. Doch obwohl der FC Basel damals kein Spitzenteam war und die Saison lediglich auf Rang 5 mit 27 Punkten Rückstand auf YB abschloss, beendeten die Bebbi erstmals nach drei Jahren wieder eine St.Galler Cupsaison vorzeitig. Während zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer von damals heute Abend erneut zugegen sein dürften, gestaltet sich das bei den Spielerkadern ganz anders.
Beim FCSG sind von den damals 20 Spielern auf dem Matchblatt immerhin noch fünf im Kader: neben den beiden Torhütern Zigi und Watkowiak, der jeweils im Cup den Vorzug erhält, sind dies Christian Witzig, Albert Vallci und Jordi Quintilla, der unter Enrico Maassen kaum mehr eingesetzt wird. Auch Lukas Görtler stand damals schon im Kader der St.Galler, doch der Captain verpasste jene Viertelfinalpartie gegen Basel verletzt. Bei den Baslern stehen von den 20 Spielern auf dem damaligen Matchblatt gar nur noch zwei im heutigen Kader. Es handelt sich um die beiden Torhüter Marvin Hitz und Mirko Salvi. An der Seitenlinie stehen auch neue Vertreter, wobei der FC Basel seit jener Partie mit Stephan Lichtsteiner bereits den vierten neuen Cheftrainer beschäftigt. Für den Schweizer Ex-Internationalen ist die heutige Begegnung bei seiner ersten Anstellung als Cheftrainer nach dem enttäuschenden Aus in der Europa League zum Auftakt und der Pleite gegen Thun am Sonntag bereits von grosser Bedeutung, da eine Niederlage im Cup wie jene bei seiner Premiere gegen Pilsen nicht mehr korrigiert werden kann.
2023 gingen die St.Galler in Führung, kassierten nach einer Stunde den Ausgleich und mussten sich schliesslich mit 1:2 nach Verlängerung geschlagen geben. Die Basler Tore schossen die späteren Nationalspieler Andi Zeqiri und Mohamed Amdouni. Mit Riccardo Calafiori stand ein heutiger italienischer National- und Stammspieler von Arsenal auf dem Platz, mit Wouter Burger der Antreiber des aktuellen Bundesliga-Dritten Hoffenheim. Ein gewisser Dan Ndoye wurde genauso eingewechselt wie Andy Diouf, der inzwischen für Inter aufläuft. Verglichen mit dem damaligen Kader scheint der FC Basel heute geradezu bescheiden aufgestellt, auch wenn der Kader nach wie vor stark besetzt ist. Allerdings präsentierten sich die Basler in den letzten Monaten kaum je in der Form der Vorsaison als sie das Double holten.
Die St.Galler ihrerseits haben ebenfalls einen enttäuschenden Start ins Fussballjahr hinter sich, da sie sowohl gegen Servette als auch gegen Luzern eine 2:0 preisgaben. In der aktuellen Cupkampagne haben sie sich ebenfalls schwer getan. Sie mussten sowohl im Sechszehntelfinal gegen Wil als auch im Achtelfinal gegen Rapperswil-Jona jeweils ins Elfmeterschiessen. Doch immerhin blieb ihnen ein Ausscheiden gegen einen Unterklassigen, wie sie es in den letzten beiden Cupkampagnen gegen Bellinzona und Delemont hinnehmen mussten, erspart. Und die Aussichten für eine dritte Finalteilnahme in diesem Jahrzehnt würden sich ausgezeichnet präsentieren, sollten die St.Galler heute gewinnen. Denn mit Basel, Servette, Lugano, YB und dem FCZ wären dann mit Ausnahme des FC Luzern sämtliche Cupsieger der letzten zehn Jahre vorzeitig eliminiert. Und mit welchem Enthusiasmus die Ostschweizer Fans nach Bern reisen würden, hat die Finalteilnahme 2022 gezeigt. Die Clubführung um Präsident Matthias Hüppi nennt den Cupfinal nicht umsonst jedes Jahr wieder als Saisonziel. Heute können die St.Galler den vorletzten Schritt tun.
Von Tobias Baumann
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