Symbolbild.
06.09.2025 10:00
Neue Strategie für die Schaffung von Standplätzen
Workshops für mehr Verständnis für Jenische und Sinti
Der St.Galler Regierung ist es ein Anliegen, die Situation der Jenischen und Sinti im Kanton nachhaltig zu verbessern und deren Rechte zu gewährleisten, wie sie in Beantwortung einer Interpellation von Evelyne Angehrn, St.Gallen, und Florian Kobler, Gossau, (beide SP) im Kantonsrat darlegt.
Fahrende Offizielle Durchgangsund Transitplätze kann der Kanton mit Ausnahme eines kleinen, zeitlich begrenzten Platzes in Buchs nicht anbieten, obschon er seit bald zwanzig Jahren über einKonzept zur Realisierung von solchen Plätzen verfügt. Das gezwungene Ausweichen mit Spontananhalten der Fahrenden führt oft zu Konflikten. Das erarbeitete Konzept scheiterte bisher an den Entscheiden der Stimmberechtigten in den Gemeinden, so auch in Gossau für einen Platz an der Wehrstrasse, an der Gemeindegrenze zu St.Gallen. Dem Kanton ist es nicht möglich, mit einem Sondernutzungsplan selbst Plätze zu schaffen, da dies vom Kantonsrat bei der Behandlung desPlanungs-und Baugesetzes abgelehnt wurde. Daher müssen die politischen Gemeinden Plätze für Fahrende weiterhin in der Ortsplanung berücksichtigen. Die Regierungwillmiteineminterdepartementalen Projekt «Fahrende Lebensweise im Kanton St.Gallen» die Lebensbedingungen für Jenische und Sinti nachhaltig verbessern und eine grundsätzliche Verbesserung der Akzeptanz der Lebensweise von Fahrenden anstreben. Da vor allem die Gemeinden bei der Bereitstellung von Plätzen, aber auch im Rahmen von Bildungs- und Sensibilisierungskampagnen gefordert sind, werden Workshops mit möglichen Standplatzgemeinden und weiteren Gemeinden, die durch regelmässige Spontanhalte die Situation kennen, durchgeführt. Ebenso vorgesehen sind Workshops mit den Minderheiten. Die daraus entwickelte Strategie soll später bei Gemeinden, Regionen und Minderheiten in die Vernehmlassung gehen und umgesetzt werden.
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