Florian Kobler
sorgt sich um den Mangel an altersgerechten Wohnungen im Kanton.
Die bestehenden Brachennutzungen «Areal Bach», «Rümpeltum» und die «Kinderbaustelle» werden bis mindestens 2030 ermöglicht.
Die Stadt St.Gallen setzt die Planung für das Gebiet St.Fiden – Heiligkreuz fort. Gemeinsam mit den Grundeigentümerinnen Migros Ostschweiz und SBB soll ein neues, lebendiges Stadtteilzentrum entstehen. Als planungsrechtliche Grundlage ist eine Zonenplanänderung zur Schwerpunktzone vorgesehen.
Stadtentwicklung Das Gebiet verfügt über eine zentrale Lage nahe der Olma Messen, dem Entwicklungsgebiet Steinachstrasse und dem Spitalareal sowie über eine gute Verkehrsanbindung. Es bietet damit beste Voraussetzungen für ein attraktives Wohn- und Arbeitsquartier mit Schwerpunkt auf Life Sciences, Gesundheitstechnologien und ICT sowie öffentlichen Einrichtungen im Bildungsbereich. Die Planung in St.Fiden – Heiligkreuz reiht sich in die übergeordnete Innenentwicklungsstrategie der Stadt ein, welche die bauliche Entwicklung entlang des Talbodens stärken will. In den Gebieten Winkeln, Bruggen – Haggen und Lerchenfeld sind vergleichbare Prozesse bereits weit fortgeschritten.
Nach dem Entscheid, die Planung ohne eine Überdeckung der Gleise und der Nationalstrasse fortzuführen, hat die Stadt eine Standortbestimmung vorgenommen. Im Austausch mit Grundeigentümerinnen, Investoren und Immobilienentwicklern wurden verschiedene Ansätze geprüft. Als Ergebnis soll noch vor der Ortsplanungsrevision eine Zonenplanänderung zur Schwerpunktzone nach kantonalem Recht erfolgen. Solche Zonen ermöglichen Neuüberbauungen in Gebieten, die zukünftig vielfältig genutzt und anpassungsfähig entwickelt werden sollen. Die bisherigen Planungsergebnisse liefern dafür bereits ausreichende Grundlagen.
Markus Buschor, Stadtrat der Direktion Planung und Bau, zeigt sich zufrieden mit dem bisherigen Prozess: «Die Gespräche mit den Grundeigentümerinnen SBB und Migros Ostschweiz sind sehr harmonisch verlaufen. Die Bereitschaft, das Areal weiterzuentwickeln und dessen Potenzial voll auszuschöpfen, ist vorhanden.»
Für das Kerngebiet nördlich der Gleise erarbeitet die Stadt gemeinsam mit der Genossenschaft Migros Ostschweiz und den SBB Leitlinien zu den übergeordneten räumlichen, funktionalen und infrastrukturellen Zusammenhängen. Diese dienen als Grundlage für die nachgelagerten Teilentwicklungen und werden partizipativ mit Vertreterinnen und Vertretern aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Verbänden und Politik erarbeitet.
Wie das neue Stadtteilzentrum konkret aussehen soll, skizziert Stadtplaner Florian Kessler: «Unser Ziel ist es, einen neuen, urbanen Stadtteil zu realisieren. Wir gehen momentan davon aus, dass wir auf dem Areal eine Mischnutzung realisieren werden, bei der etwa 50 Prozent der Fläche als Wohnraum genutzt werden soll. Wie konkret die Verteilung schlussendlich aussehen wird, ist momentan allerdings noch nicht festgelegt. Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel, dass neben Gewerbeflächen auch öffentliche Nutzflächen im Bereich Bildung dazukommen.»
Dabei soll ausdrücklich auch bezahlbarer Wohnraum entstehen. «Was wir bereits bestätigen können, ist, dass wir einen vielfältigen Wohnraum mit unterschiedlichen Wohnformen realisieren wollen. Es soll also auch zusätzlicher bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden», betont Buschor. Besonderes Augenmerk liegt zudem auf einer hochwertigen Freiraumgestaltung, einer guten Vernetzung der umliegenden Quartiere und einer starken Anbindung an den Bahnhof St.Fiden. Ergänzend zur bestehenden Passerelle soll eine grosszügige Querung der Bahngleise realisiert werden. «Dies hat für die Stadt eine hohe Priorität und auch die SBB unterstützt dieses Vorhaben», so Buschor.
Auf den städtischen Arealen sollen private Planungsakteure frühzeitig einbezogen werden. Für das ehemalige Bahnareal an der Bachstrasse ist ein Wettbewerb für Investoren und Immobilienentwickler mit Baurechtsvergabe geplant. Ziel ist ein Entwicklungskonzept, das sich als integraler Bestandteil der übergeordneten Gebietsentwicklung versteht und zentrale Infrastrukturmassnahmen umfasst. Das Areal «Fellhof» soll im Baurecht an gemeinnützige Bauträgerschaften abgegeben werden. Alle genannten Planungsschritte erfolgen im Rahmen des bestehenden Planungskredits.
Die bestehenden Zwischennutzungen «Areal Bach», «Rümpeltum» und «Kinderbaustelle» bleiben bis mindestens 2030 erhalten, danach werden diese Angebote in ihrer bisherigen Form eingestellt. Stadtrat Buschor unterstreicht, dass die dort gelebten Werte nicht verloren gehen sollen: «Wir sind bestrebt, die Aussenanlagen nach den Bedürfnissen und Vorstellungen der Quartierbewohnenden neu zu gestalten. Die Werte, die während der Zwischennutzung dort entstanden sind und gelebt wurden, werden in der künftigen Planung berücksichtigt. Dazu sind wir auch im Austausch mit den Verantwortlichen des Areal Bach, dem Rümpeltum und der Kinderbaustelle.»
Selim Jung
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