SP-Fraktion will wissen: Sind Gossauer Böden mit PFAS belastet?
Die SP-Fraktion will wissen, ob Gossauer Böden mit PFAS belastet sind. Anlass dazu sind erhöhte Werte in im Appenzeller Vorderland.
PFAS-Belastungen beschäftigen zunehmend Gemeinden und Kantone. Auch in Gossau stellt sich die Frage, ob Böden und Grundwasser von den langlebigen Chemikalien betroffen sind. ⋌Symbolbild: AdobeStock
Die SP-Fraktion will wissen, ob Gossauer Böden mit PFAS belastet sind. Anlass dazu sind erhöhte Werte in im Appenzeller Vorderland.
Gift Mit einer von Patrick Huber unterzeichneten einfachen Anfrage vom 11. August verlangt die SP-Fraktion vom Stadtrat Auskunft darüber, wie es um die PFAS-Belastung auf Gossauer Boden steht. PFAS, die Abkürzung steht für per- und polyfluorierte Alkylverbindungen, gelten als schwer abbaubar und reichern sich in Pflanzen, Tieren und im menschlichen Körper an. Gemäss der Kantonsverwaltung St. Gallen gelangten die Chemikalien in der Ostschweiz vor allem über zwei Wege in den Boden: über Klärschlamm, der bis zu seinem Verbot 2006 vielerorts als Dünger auf landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht wurde, sowie über PFOS-haltigen Löschschaum.
Problem in der Nachbarschaft
Im Appenzeller Vorderland und in angrenzenden St. Galler Gemeinden wie Eggersriet ist das Ausmass des Problems in den letzten Monaten zunehmend sichtbar geworden. Der Kanton Appenzell Ausserrhoden testete zwischen Oktober 2025 und März 2026 im Rahmen einer freiwilligen Kampagne Milch und Tränkewasser von Landwirtschaftsbetrieben, dabei zeigten sich bei rund einem Drittel der Betriebe erhöhte PFAS-Werte. Auch bei privaten Bodenproben aus dem Vorderland wurden gemäss einem Bericht der Appenzeller Zeitung Konzentrationen gemessen, die den Richtwert teils um ein Vielfaches überschreiten. Eine im März 2026 veröffentlichte Auswertung der ZHAW mit über 1000 Bodenmessungen kam schweizweit zum Schluss, dass mehr als 99 Prozent der untersuchten Böden PFAS aufweisen.
Gossau wird laut der SP-Fraktion bislang nicht zu den sogenannten Verdachtsgemeinden gezählt. Die Fraktion verweist in ihrer Anfrage aber darauf, dass die grossen Klärschlammmengen der ARA Altenrhein einst auch im Appenzeller Vorderland verteilt wurden, weshalb sich die Frage nach der Situation in Gossau aus ihrer Sicht ebenso stellt.
Fünf Fragen an den Stadtrat
Konkret will die SP-Fraktion vom Stadtrat wissen, bis wann und aus welchen Kläranlagen Klärschlamm auf Gossauer Böden ausgebracht wurde, sowie ob und wo es in der Vergangenheit zu grösseren Löschschaumeinsätzen kam. Weiter fragt sie, ob es für das Gossauer Gemeindegebiet bereits aussagekräftige PFAS-Untersuchungen gibt. Falls nicht, will sie wissen, ob sich der Stadtrat bereits an das kantonale Amt für Umwelt gewandt hat,
damit das Gossauer Kulturland zonenweise auf PFAS-Rückstände untersucht wird. Zusätzlich verlangt die Fraktion Auskunft darüber, ob bei grösseren Erdbewegungen jeweils abgeklärt wird, ob der Aushub belastet ist. Konkret will sie zudem wissen: «Wo wird PFAS-belastetes Erdreich deponiert?»
Der Stadtrat von Gossau muss die Einfache Anfrage nun schriftlich beantworten.
Von Simon Huber
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