«Die erste Sitzung als Präsident war eine Feuertaufe»
Roman Wäspi wurde an der letzten Sitzung des Einwohnerrates Herisau zu dessen Präsidenten gewählt und leitete sogleich die erste Sitzung im Amt.
Roman Wäspi ist der neue Einwohnerratspräsident. Bild: pd
Roman Wäspi wurde an der letzten Sitzung des Einwohnerrates Herisau zu dessen Präsidenten gewählt und leitete sogleich die erste Sitzung im Amt.
Einwohnerrat Es sei ganz anders gewesen, dieses Mal in den Ratssaal zu gehen. «Ich war nervöser als üblich, auch wenn ich davon ausging, die Wahl zu schaffen», sagt Roman Wäspi, der neue Einwohnerratspräsident. Er sei schliesslich nicht als solcher auf die Erde gefallen. Es sei für ihn eine grosse Ehre und ein Vertrauensbeweis in seine Person. «Ich habe auch Respekt vor der Aufgabe, es ist ein anspruchsvolles Amt. Schon die erste Sitzung war anspruchsvoll – es war eine lange Sitzung mit vielen Traktanden. Man muss voll konzentriert sein, die Voten einordnen und darauf achten, dass alle zu Wort kommen», so Wäspi. Bei der Sitzung habe man unter anderem die Volksinitiative Obstmarkt, die frühe Förderung und deine Motion der Geschäftsprüfungskommission behandelt. «Einerseits entstanden emotionale Diskussionen, andererseits waren es vier diverse Abläufe. Daher war die erste Sitzung als Präsident eine Feuertaufe», meint Wäspi. Glücklicherweise kenne er den Ratsbetrieb sehr gut, meint Wäspi. Seit 2019 ist er Teil des Einwohnerrates, war Fraktionschef von Gewerbe/PU und Stimmenzähler und weiss wie das Büro des Einwohnerrats arbeitet. «Ohne politische Erfahrung wäre das jetzige Amt sicher schwierig. In meinen sieben Jahren im Rat habe ich alle Geschäfte und Abläufe mehrfach erlebt, das hilft.» Dennoch sei die Vorbereitung auf die Sitzung nun intensiver.
Als Präsident kann Wäspi selbst keine Voten mehr vortragen. «Es ist möglich, dass es mir schwerfallen wird, nicht mehr mitzureden, das habe ich immer gerne getan», sagt er und lacht. Aber nun müsse seine Meinung in den Hintergrund rücken, er habe den Rat zu leiten. «Ich muss für alle arbeiten, dafür braucht es Neutralität», sagt Wäspi. Damit es im Einwohnerrat weiter konstruktiv zu und hergehe, werde er darauf achten, dass es stets respektvoll und anständig bleibe. «Das war immer der Fall und wird sich auch jetzt nicht ändern. Wichtig ist, dass die Räte einander zuhören, sich ausreden lassen. Und klar wird es ab und an hitziger, aber das Parlament lebt von Diskussionen und der Beratung, es gilt, den Voten Platz einzuräumen», sagt Wäspi. Eingreifen würde er nur, wenn zu einem Traktandum keine neuen Argumente mehr kommen würden, die Diskussion sich aber in die Länge ziehen würde.
Blickt er auf das erste Jahr als Präsident, will er sich stets gut vorbereiten, das sei die halbe Miete. Ansonsten nehme er das erste Jahr so in Angriff, wie es komme. «Ich wünsche mir weiterhin den Respekt vor anderen Meinungen und die Kompromissfähigkeit, die der Rat immer wieder beweist. Ich werde das Amt klar auf mein Art machen, aber die Vorgehensweise wird sich nicht gross von der ehemaligen Präsidentin Celia Hubmann unterschieden. Sie hat den Rat toll geleitet.» Wichtige Themen, die den Rat beschäftigen werden, nennt er auch schon. «Die Ortsplanung wird in der kommenden Zeit das Wichtigste sein. In der Planung ist man dazu schon lange und ich hoffe, es wird im Einwohnerrat debattiert, solange ich Präsident bin», sagt er. Mit der Ortsplanung wird entschieden, wie Herisau sich gestaltet und wie gebaut wird. «Die Ortsplanung wird Einfluss auf die kommenden 20 Jahre haben. Daher hoffe ich, dass sie bald diskutiert werden.» Das zweite Thema, das stetig wichtig bleiben wird: die Finanzen. «Es ist das wichtigste Thema überhaupt. Wir müssen dafür sorgen, dass wir verantwortungsvoll mit ihnen umgehen», sagt Wäspi. Für Herisau hofft er, dass man das bewahren könne, was man heute habe – und sich weiterentwickle. «Die Welt ist mit Kriegen, Rohstoffknappheit und Energiekrisen aus den Fugen geraten. Auch wir sind keine Insel der Glückseligkeit. Wir müssen einen Weg finden, Dinge im Kleinen weiter zu verbessern», so Wäspi. Auch zentral sei, dass man mit der Zeit gehe und Entwicklungen mitgehe. «Sonst ist man schnell abgehängt.»
Stefanie Rohner
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