Dominic Lobalu mit FCSG-Captain Lukas Görtler und Kathryn Fudge vom LC Brühl. tb
10.09.2021 10:01
Dank an Trainer, Freund und Sekretär
In zwei Jahren vom Asylbewerber zum St.Galler Sportler des Jahres
Dominic Lobalu als Sportler des Jahres, Florin Parfuss in der Kategorie Nachwuchs und Roger Hegi als Ehrenpreisträger wurden am Montagabend im Pfalzkeller mit den St.Galler Sportpreisen 2021 ausgezeichnet.
Sportpreis «Hagi ist nicht nur mein Trainer, sondern auch mein Sekretär», meinte Dominic Lobalu in seiner Dankesrede und hatte damit die Lacher auf seiner Seite, bevor er anfügte: «und mein Freund.» Der über Umwege und unter schrecklichen Bedingungen 2019 in die Schweiz geflüchtete 23-jährige Südsudanese hatte wegen seines ansteckenden Lachens und seiner Bemühungen, die Dankesworte auf Deutsch zu überbringen, die Sympathien des Publikums auf sicher. Dank Brühls Lauftrainer Markus Hagmann fühlt sich der Spitzenläufer, der national kaum noch Konkurrenz kennt, in Abtwil inzwischen heimisch. Lobalu überflügelte in der Ausmachung FCSG-Captain Lukas Görtler, der sich sichtlich für seinen Sportskollegen freute, sowie Kathryn Fudge vom LC Brühl, die im Sommer ihre Aktivkarriere beendet hat. Lobalu durfte von René Frick, dem Präsidenten der IG Sport Stadt St.Gallen, den mit 3’000 Franken dotierten St.Galler Sportpreis entgegennehmen. In der Kategorie der Nachwuchssportler kam diese Ehre Florin Parfuss zu. Der Triathlet setzte sich in Jury- und Publikumswahl gegen Leonidas Stergiou und Malin Altherr und damit wie Lobalu gegen einen Fussballer des FC St.Gallen und eine Handballerin des LC Brühl durch. Christoph Meier vom Panathlon Club St.Gallen, der den Preis für den besten Nachwuchssportler übergab, betonte, dass alle Nominierten des Abends zu den Siegern gehören und erinnerte an frühere, prominente Preisträgerinnen wie Olympiasiegerin Jolanda Neff. Florin Parfuss nannte in seiner Dankesrede denn auch eine Olympiateilnahme 2024 als sportliches Ziel.
Hegi offen für neue Projekte
Bereits im Vorfeld bekannt gegeben worden war die Auszeichnung von Roger Hegi mit dem Ehrenpreis. Der langjährige Spieler und Trainer des FC St.Gallen, der als Jurist auch neben dem Feld eine erfolgreiche Karriere hingelegt und als Direktor von Sport-Toto Schweiz geamtet hat, zeigte sich geehrt und bezeichnete seine Zeit beim FC St.Gallen als die schönste seiner Spielerkarriere. Er habe nie damit gerechnet, je hier vorne zu stehen, schliesslich sei er nicht mal ein St.Galler, so Hegi, der seit 35 Jahren teilweise in St.Gallen wohnt und dessen vier Kinder auch bezüglich Dialekt echte Ostschweizer sind, wie er verriet. Den Ehrenpreis erhielt er aus den Händen von Stadtrat Mathias Gabathuler. Im Gespräch mit Beat Antenen, der durch den Abend führte, meinte der 65-jährige Preisträger, er sei durchaus für spannende Sportprojekte in St.Gallen zu haben - Trainer des FC St.Gallen werde er wohl nicht mehr, aber nur zu golfen sei ihm auch zu langweilig. Wie gewohnt wurden zusätzlich zu den Sport-Oscars am St.Galler Sportpreis auch Auszeichnungen für die drei fleissigsten Helferinnen und Helfer an Sportanlässen vergeben. Marc Wirz, Geschäftsführer von Swiss Volunteers ehrte die St.Gallerin Melanie Schachner, Toni Schmid aus Lutzenberg und den Rorschacher Vladimir Kremenovic für ihren Einsatz. Für das Rahmenprogramm sorgten in diesem Jahr die Sängerinnen Alicia Anliker und Vivian Bechtiger, Klassik-Solist Felix Heller sowie die Tanzgruppe «Step&Clap Crew».
Von Tobias Baumann