EVP-Kantonsrat kritisiert das Angebot der Beratungsstelle "Maria Magdalena", welches unter anderem beinhaltet, dass Prostituierte bei der Erstellung eines Businessplans unterstützt werden.
21.08.2025 14:00
Kritische Fragen zu «Maria Magdalena»
Gegen aktive Förderung des Sex-Gewerbes
EVP-Kantonsrat Jascha Müller stellt der Regierung Fragen zur Beratungsstelle «Maria Magdalena» in St.Gallen. Die Anlaufstelle für Frauen in der Prostitution des Kantons St.Gallen legt ein Schwergewicht auf die Gesundheitsprävention. Müller ist Präsident des Vereins «NoeM182» für ein Sex-Kaufverbot.
Prostitution In seiner Begründung stellt Jascha Müller fest, dass auf der Webseite auch Businesspläne angeboten würden, was den Eindruck erwecke, dass der Kanton Frauen in der Prostitution auch bei solchen unterstütze. Konkret möchte er von der Regierung wissen, ob es Aufgabe des Staates sei, im Bereich der Prostitution über den Schutz der Gesundheit hinaus Unterstützungsleistungen anzubieten. Weiter interessiert den EVP-Politiker, wie sie begründe, dass über die Plattform von «Maria Magdalena» kantonal unterstützte Spendenaktionen für den Nothilfe-Fonds durchgeführt werde und ob ihr bekannt sei, dass auf der offiziellen Plattform mit dem Symbol des roten Regenschirms eine klare Position zugunsten der Aussage «Prostitution ist Arbeit» vertreten werde. Weiter möchte er wissen, wie die Regierung sicherstellen wolle, dass die Unterstützung nicht als aktive Förderung dieses Gewerbes verstanden wird.
Vor 25 Jahren gegründet
Das 25-jährige Bestehen hat die Beratungsstelle «Maria Magdalena» kürzlich mit einem besonderen Programm gewürdigt mit dem Ziel «unterschiedliche Lebensrealitäten der Sexarbeitenden sichtbar zu machen und Räume für Austausch und Unterstützung zu schaffen». Zur Grundhaltung erwähnt «Maria Magdalena»: «Je grösser die Akzeptanz der Sexarbeit in der Gesellschaft, desto mehr Sicherheit haben die Sexarbeitenden bei der Ausübung ihrer Tätigkeit». Es wird auch darauf hingewiesen, dass die Stelle sich einsetze «für faire und selbstbestimmte Arbeitsbedingungen und gegen die Stigmatisierung der Sexarbeitenden». Seit einem Jahr werden in Zusammenarbeit mit der Infektiologie des Kantonsspitals St.Gallen auch Testings vor Ort und in den Räumlichkeiten von «Maria Magdalena» angeboten. Ausgeweitet wurde die Tätigkeit auch durch die Beratung von Freierinnen und Freiern, anonym und kostenlos, aus der Überzeugung, dass «ein sicherer, fairer Umgang mit Sexualität beide Sexpartnerinnen und -partner angeht».
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