07.09.2023 14:00
Mahnwache für das Klima
Ostschweizer Klimaseniorinnen machen auf die kommenden Wahlen aufmerksam
Am Freitag versammelten sich Klimaseniorinnen aus den Kantonen St.Gallen, Appenzell Ausserrhoden und Innerrhoden bei der Vadianstatue in St.Gallen zu einer Mahnwache. Dabei machten sie auf die Nationalratswahlen am 22. Oktober aufmerksam.
Nationalratswahlen «Wäre das Klima eine Bank, die Schweiz würde es retten», steht auf einer der Tafeln, die sich eine der Klimaseniorinnen um den Hals gehängt hat. «Gehen wir für das Klima an die Urne», steht auf einer anderen. Von der 40 Frauen umfassenden Klimaseniorinnen-Sektion-Ostschweiz waren am Freitag sechs Seniorinnen während etwa drei Stunden in der St.Galler Innenstadt zugegen, unterhielten sich mit Passanten, verteilten Flyer und machten auf die kommenden Wahlen aufmerksam.
«Bürgerliche machen zu wenig»
«Wir stehen heute hier, um Werbung für die Wahlen im Oktober zu machen. Wir wollen die Leute dazu aufrufen, Politikerinnen und Politiker sowie Parteien zu wählen, die die Klimakrise ernst nehmen. Aus unserer Sicht waren das in der letzten Legislaturperiode eindeutig die Grünen und die SP, aber auch die EVP oder die GLP», sagt Klimaseniorin Herta Lendenmann. Laut ecorating.ch, die die Nationalratstätigkeiten aller Schweizer Parteien für die Legislaturperiode 2019 bis 2023 auf ihre Umweltfreundlichkeit untersucht und bewertet hat, liegt das Rating all dieser Parteien bei über 92%. Wohingegen die Mitte (36%), die FDP (34%) und die SVP (4%) deutlich tiefere Wertungen erhalten haben. «Die bürgerliche Mehrheit nimmt die Klimakrise einfach nicht ernst und will alles technisch lösen – wenn überhaupt. Das reicht nicht», so Lendenmann.
Forderung an den Bundesrat
Die Ostschweizer Seniorinnen werden auch am 15. September, am globalen Klimastreik, wieder in St.Gallen auf die Strasse gehen, um für das Klima zu demonstrieren. «Wir haben eine Klimakrise, die bald zur Klimakatastrophe wird. Unser Land und auch viele andere Länder haben daran einen grossen Anteil. Aus unserer Sicht muss der Bundesrat deshalb nun den Klimanotstand ausrufen und entsprechend handeln», sagt mit Ruth Saxer eine weitere Klimaseniorin. Für echte Veränderung brauche es ein gesellschaftliches Umdenken und einen rücksichtsvolleren Umgang mit den Ressourcen, sind sich die Aktivistinnen einig. Christine Tomaschett sagt: «Wir Klimaseniorinnen haben die kommende Generation in die Welt gesetzt. Wir können ihr die Welt, so wie sie aktuell ist, nicht hinterlassen. Wir wollen uns dafür engagieren, dass sich endlich etwas entwickelt.»
Selim Jung