Der chaussierte Aussenbereich vom Schulhaus Buchental wirkt trostlos. Die Interpellanten fordern einen naturnahen und attraktiv gestalteten Spielbereich für Jung und Alt.
05.07.2023 17:00
Schulhaus Buchental ökologisch aufwerten
Eine über alle Parteien hinweg unterstützte Interpellation eingereicht
Mit der Interpellation, die gestern dem Stadtrat eingereicht wurde, wollen Parlamentarierinnen und Parlamentarier in Erfahrung bringen, ob und in welchem zeitlichen Rahmen das Schulhaus Buchental als Referenzprojekt und im Sinne des Leitbilds «Grünes Gallustal» umgestaltet werden könnte.
Aufwertung Nachdem sich im letzten Jahr eine Arbeitsgruppe, bestehend aus zwölf Mitgliedern aller Stadtparteien, von den Verfassern der Studie «Grünes Gallustal» darüber informieren liess, welche Massnahmen getroffen werden könnten, hat sich eine Kerngruppe gebildet. Magdalena Fässler, Melanie Diem (beide glp) und Andreas Hobi (Grüne) haben sich unter fachlicher Beratung von Regula Geisser, Mitgründerin der GSI Architekten AG, überlegt, welche Projekte aus der Studie aufgegriffen und zeitnah umgesetzt werden könnten. «Wir wissen vom Priorisierungssystem des Stadtrats, finden aber, dass es losgelöst davon möglich sein sollte, die Umsetzung einzelner konkreter Projekte zu forcieren», sagt Hobi.
Pilotprojekt Schulhaus Buchental
Der grosszügige Aussenbereich des Oberstufenschulhauses Buchental sei grösstenteils asphaltiert oder chaussiert und erscheine trostlos, heisst es in der Interpellation. An Sommertagen heize sich der vegetationsarme Boden rasch auf und die Hitze auf dem Schulhof steige. Bereits heute fehlten in der Talsohle der Stadt vielerorts naturnahe Flächen. Diese Freiräume seien insbesondere für die Kinder und deren Gesundheit sowie den sozialen Austausch wichtig. «Ein Treffpunkt im Quartier mit naturnahen attraktiv gestalteten Spielbereichen für Jung und Alt, sicher von zu Hause aus erreichbar, sowie eine ökologische Umgebungsgestaltung des Schulgeländes sind Massnahmen, die diesem negativen Zustand entgegenwirken», sind die Interpellantinnen und der Interpellant überzeugt. Eine Umgebungsgestaltung des Schulhauses nach dem Leitbild «Grünes Gallustal» würde nicht nur als Pilotprojekt für andere Schulanlagen der Stadt und darüber hinauswirken, sondern einzelne Elemente könnten auch als Beispiel zur Anpassung an eine zeitgemässe Umgebungsgestaltung von grossen privaten Wohn-, Büro- und Gewerbeanlagen bezüglich Biodiversität und Aufenthaltsqualität dienen.
Fragen an den Stadtrat
Nach mehreren Wochen Erarbeitungszeit liegt der konkrete Vorstoss auf dem Tisch. «Wir wollen vom Stadtrat wissen, wie er sich zur Idee stellt, das Oberstufenzentrum Buchental als Referenzprojekt für die Stadt und darüber hinaus im Sinne des Leitbilds 'Grünes Gallustal' umzugestalten», erklärt Hobi. Sie fragen, ob der Stadtrat eine Möglichkeit sehe, beim Neubau des Schulhauses Buchental eine Dach- oder Fassadenbegrünung zu realisieren und in welchen zeitlichen Rahmen er für die Umsetzung eines solchen Pilotprojekts vorsehe. Ausserdem wollen die Interpellanten wissen, ob es weitere Schulanlagen gibt, die aus Sicht des Stadtrats ebenfalls zeitnah nach den Empfehlungen der Studie umgestaltet werden könnten. «Wir wollen wissen, ob beim Schulhaus Neubauprojekt Riethüsli und beim geplanten Neubau der Tagesbetreuung Boppartshof die Anliegen der Studie Aufnahme finden?», meint Hobi.
Breite Unterstützung
Im August wolle man sich mit Stadtrat Markus Buschor treffen. «Wir sind gespannt auf seine Antwort», verrät Hobi. Am politischen Willen mangle es nicht, sondern am Geld, schliesslich quillt die Stadtkasse nicht über und neben der Begrünung der Stadt gebe es viele weitere wichtige Projekte, die ebenfalls Geld benötigen. Ihn persönlich freue es, dass die Interpellation von allen Fraktionen getragen wird. «In meinen elf Jahren im Parlament habe ich das sehr selten erlebt.» Scheinbar hätten alle die Zeichen der Zeit und den Handlungsbedarf erkannt. Um künftig noch effizienter zu arbeiten, schlägt Hobi vor, statt einer Arbeits- und einer Kerngruppe, nur noch ein Sechsergremium bestehend aus je einer Parteivertreterin, zu führen. Gemeinsam mit Doris Königer (SP) und Ivo Liechti (Die Mitte) sei die Kerngruppe daran, weitere Ideen zu erarbeiten, um punktuell Projektperlen herauszugreifen und einzureichen. «Wir wollen den Stadtrat nicht unter Druck setzen, aber schauen, dass er bei diesem wichtigen Thema am Ball bleibt», sagt Hobi.
Von Benjamin Schmid