Florian Kobler
sorgt sich um den Mangel an altersgerechten Wohnungen im Kanton.
Knapper Parlamentsentscheid: Gossau hält an allen fünf Wintersportlagern von der fünften bis neunten Klasse fest.
Das Gossauer Stadtparlament hat die Wintersportlager für 2027 gesichert. Nach einer intensiven Debatte folgte das Parlament dem Gegenvorschlag der vorberatenden Kommission und bewilligte einen Kredit von 285'000 Franken. Schulrat und GLP-FLiG zeigen sich erfreut.
Wintersportlager Das Gossauer Stadtparlament hat entschieden: Alle Schülerinnen und Schüler der fünften bis neunten Klasse können auch 2027 an Wintersportlagern teilnehmen. Mit 15 zu 13 Stimmen bei zwei Enthaltungen folgte das Parlament dem Gegenvorschlag der vorberatenden Kommission und bewilligte einen Kredit von 285'000 Franken – mehr als der Stadtrat beantragt hatte. Daneben genehmigte das Parlament auch eine Änderung der Schutzverordnung. Der Stadtrat hatte ursprünglich einen Rahmenkredit von 680'000 Franken für die Jahre 2027 bis 2030 beantragt, um dem Parlament eine Einflussmöglichkeit auf die mittelfristigen Ausgaben für schulische Wintersportlager zu geben. Damit hätte jedes Gossauer Schulkind zwischen der fünften und neunten Klasse drei Lager besuchen können – zwei weniger als bisher. Der Stadtrat hatte betont, dieses Angebot sei mit jenem umliegender Schulen vergleichbar. Das Parlament entschied sich jedoch für den weitergehenden Antrag der vorberatenden Kommission (VBK), der das bisherige Lagerangebot im Jahr 2027 vollumfänglich erhält.
Die Debatte verlief nicht ohne Widerstand. Die SVP-Fraktion wollte auf das Geschäft gar nicht eintreten. Andreas Oberholzer begründete dies damit, dass die Festlegung der Lageranzahl Aufgabe des Stadtrates sei. Die übrigen Fraktionen sahen dies anders: Mit 20 zu 10 Stimmen beschloss das Parlament die Detailberatung. VBK-Präsident Markus Meister (GLP-FLiG) erklärte als Vorsitzender der vorberatenden Kommission, dass diese die angestrebte Einflussmöglichkeit des Parlaments und die Planungssicherheit für die Schule begrüsse. Allerdings erwarte sie eine umfassendere Beurteilung der Lagerfrage und möglicher höherer Erträge. Chancenlos blieb schliesslich auch der Antrag von Claudia Kretz Büsser (FDP), die einen Rahmenkredit von jährlich 227'500 Franken – total 910'000 Franken für die Jahre 2027 bis 2030 – bei gleichzeitig höheren Elternbeiträgen gefordert hatte. Den Ausschlag für die Annahme des VBK-Antrags gab letztlich der Stichentscheid von Parlamentspräsidentin Martina Uffer (GLP-FLiG), nachdem sich der VBK-Antrag zuvor mit ihrem Stichentscheid gegen den stadträtlichen Antrag durchgesetzt hatte.
Für den Schulrat Gossau ist der Parlamentsentscheid eine Bestätigung seiner bisherigen Position. Dem Parlamentsentscheid sei eine umfassende Beratung in der VBK vorausgegangen, in der Fakten, Zahlen und verschiedene Varianten ausführlich diskutiert und geprüft worden seien. Ziel sei es gewesen, eine sachliche Entscheidungsgrundlage zu schaffen und die Auswirkungen der unterschiedlichen Optionen transparent darzustellen. In einer Stellungnahme hält Schulratspräsident David Mathis fest: «Der Schulrat hatte in den vergangenen Jahren wiederholt bekräftigt, dass er an der Durchführung der Wintersportlager festhalten möchte. Die Lager sind Teil des schulischen Angebots und tragen zur Bewegung, zum sozialen Lernen und zu gemeinsamen Erfahrungen ausserhalb des Klassenzimmers bei.»
Mathis betont dabei auch die finanzielle Verantwortung: «Im Schulrat wird regelmässig über mögliche Optimierungen der Lager gesprochen. Dabei geht es sowohl um organisatorische Fragen als auch um den Einsatz der vorhandenen Ressourcen, einschliesslich der finanziellen Mittel. Solche Diskussionen sind Teil eines verantwortungsvollen Umgangs mit öffentlichen Geldern.» Der Schulrat sei sich seiner Verantwortung für die Schule Gossau bewusst. Neben der Weiterentwicklung des Bildungsangebots gehöre dazu auch ein sorgfältiger und nachhaltiger Umgang mit den finanziellen Rahmenbedingungen. Mit der Annahme des Gegenvorschlags sehe sich der Schulrat in seiner bisherigen Haltung bestätigt und werde sich weiterhin dafür einsetzen, den Bildungsstandort Gossau zu stärken und gleichzeitig tragfähige Lösungen für die Zukunft der schulischen Angebote zu sichern.
Die GLP-FLiG sieht sich als massgebliche Kraft hinter dem Entscheid. In einer Mitteilung von Matthias Ebneter heisst es, die Partei freue sich sehr, «als massgebliche Kraft zum Erhalt aller fünf Wintersportlager in Gossau beigetragen zu haben». Besonders hervorgehoben wird die Arbeit von VBK-Präsident Markus Meister, der in einer intensiven und emotional geführten Debatte laut Ebneter «durchwegs sehr gute Noten für seine kompetente Kommissionsführung» erhalten habe. Meister habe zudem nachgewiesen, dass der Bericht und Antrag des Stadtrates klare Schwächen in der Transparenz der ausgewiesenen Nettoeinsparungen aufgewiesen habe. Laut Ebneter konnte er «überzeugend und nachvollziehbar darlegen, dass eine Streichung der Lager für die 5. Klasse und die 3. Oberstufe real nur 55'000 Franken Nettoeinsparung pro Jahr bringen würde – statt der ursprünglich kommunizierten 115'000 Franken».
Die GLP-FLiG nutzte die Parlamentsdebatte zudem, um einer ihrer Ansicht nach unzutreffenden Interpretation des Volksentscheids vom 8. März entgegenzutreten. Mehrere Parlamentarierinnen und Parlamentarier hatten das Abstimmungsresultat dahingehend ausgelegt, dass die Bevölkerung explizit Einsparungen bei Angeboten für Kinder und Jugendliche verlangt habe. Diese Auslegung habe die GLP-FLiG «klar und sachlich richtiggestellt». Den Stichentscheid von Parlamentspräsidentin Martina Uffer (GLP-FLiG) wertet die Partei als «wichtiges Signal für die Bedeutung dieser erlebnispädagogisch wertvollen Angebote». Für die Zukunft zeigt sich die GLP-FLiG kompromissbereit: Nach gründlicher Abklärung mit Stadtrat und Schulrat sei die Partei bereit, «über eine moderate Erhöhung der Elternbeiträge bei gleichbleibend breitem Lagerangebot konstruktiv zu diskutieren». So könnten Qualität und Breitenwirkung der Wintersportlager langfristig erhalten bleiben.
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