Florian Kobler
sorgt sich um den Mangel an altersgerechten Wohnungen im Kanton.
Edgar Bischof mit seiner Familie bei der Wahlfeier in Teufen. z.V.g.
Edgar Bischof (SVP) hat die Wahl für den Ausserrhoder Sitz im Nationalrat für sich entschieden. Er hat die Wahl mit einem Vorsprung von 571 Stimmen gewonnen und holte 50,28 Prozent der Stimmen. Jennifer Abderhalden (FDP) holte 47,04 Prozent der Stimmen. 2,69 Prozent der Stimmen gingen an Vereinzelte.
Nationalrat Zwei Kandidierende haben um den einzigen Ausserrhoder Nationalratssitz gebuhlt: Jennifer Abderhalden (FDP) und Edgar Bischof (SVP). Die beiden haben einen intensiven Wahlkampf hinter sich, beide konnten viele Wählerinnen und Wähler für sich gewinnen. Der Wahltag ging für Bischof eigentlich ganz normal los. «Ich bin früh aufgestanden, habe meine Mails beantwortet, mit der Familie gefrühstückt», so Bischof. Danach sei er mit seiner Frau in die Kirche und ins Restaurant, bevor es um viertel vor eins ins Regierungsgebäude in Herisau ging – Aberhalden war bereits vor Ort. Dort hat er sein Wahlkomitee getroffen. Mit fortschreitender Zeit waren immer mehr Gemeinden ausgezählt – und abwechselnd hatte Abderhalden oder Bischof die Nase vorn. Das bracht ihn aber nicht aus der Ruhe. «Nervös war ich nicht, ich war so tiefenentspannt, wie schon im Wahlkampf – ich habe mich aber klar auf beide Situationen eingestellt», so Bischof.
Dass er so entspannt sein konnte, hat mit seiner Einstellung zu tun, dass es im Leben ohnehin so komme, wie es müsse. Seine Familie und sein Umfeld hingegen waren nervös. «Ich wusste einfach, ich kann ohnehin nichts daran ändern. Und alles, was man nicht verändern kann, sollte man gelassen nehmen. Ich wusste, ich habe im Wahlkampf alles gemacht, was möglich war – bis am Samstag war ich noch im Kanton unterwegs», sagt Bischof. Bei den Auszählungen zeigte sich: Abderhalden entschied die Gemeinde Teufen für sich, gewann deutlich in Trogen, Heiden, Speicher und Rehetobel. Bischof konnte sich im Hinterland durchsetzen, dazu in Reute, Wolfhalden, Walzenhausen und Bühler. Doch das endgültige Ergebnis kam erst nachmittags um halb drei: Bischof entschied die Wahl mit 8'856 Stimmen für sich, Abderhalden konnte 8'285 Stimmen holen. Bischof siegte mit einem Vorsprung von 571 Stimmen und kann für Ausserrhoden in den Nationalrat. «Ich bin sehr froh, dass es gereicht hat und der Unterschied der Stimmen in dieser Anzahl war. Wären es nur 20 oder 30 Stimmen Unterschied gewesen, wäre das für uns beide nicht gut gewesen. Ich konnte die Mehrheit der Gemeinden gewinnen», sagt Bischof. Die Stimmbeteiligung lag bei 47,3 Prozent.
«Ich danke der Bevölkerung für die Unterstützung. Ich habe eine grosse Demut vor diesem Amt und freue mich auf diese grosse Aufgabe.» Dabei sei ihm der Verantwortung, die er trage, bewusst. «Ich begegne meiner neuen Aufgabe mit Respekt», sagt Bischof. Er fand es überwältigend, von so vielen Leuten getragen worden zu sein. «Die Glückwünsche und Nachrichten hauen mich um. Klar haben nicht alle Freude am Ergebnis – aber unser Wahlkampf blieb bis am Schluss fair. Dafür bin ich Jennifer Abderhalden sehr dankbar», meint Bischof. Nach den Gratulationen im Regierungsgebäude ging es für Bischof und seine Unterstützer an die Wahlfeier, die für ihn in Teufen ausgerichtet wurde. «Abends haben wir dann bei uns zuhause noch mit 25 Freunden und Bekannten sowie der Familie gefeiert», sagt er. Es sei eine kürzere Nacht gewesen, da er am Montag schon um halb acht seine erste Sitzung hatte.
«In meinem Postfach warteten ausserdem rund 300 Mails, Whats App und SMS, die es zu beantworten gilt», sagt er und lacht. Hat Bischof bereits Pläne für erste Amtshandlungen in Bern?«Mich einarbeiten, neue Bekanntschaften machen und den Politbetrieb in Bundesbern kennen lernen. Der Fraktionspräsident der SVP Schweiz hat mich jedenfalls schon an die erste Fraktionssitzung eingeladen. Die Vereidigung im Nationalrat findet am Freitagmorgen, 20. März um 08.00 Uhr statt.», sagt der Nationalrat. Seine erste ausserordentliche Session im Nationalrat beginnt im April. «Nun geht es darum, Termine abzugleichen und alles zu organisieren. Danach folgen Gespräche mit der Fraktion darüber, in welcher Kommission ich mitarbeiten darf», sagt Bischof. Dabei sei ihm bewusst, dass das kein Wunschkonzert sei. «Dürfte ich wünschen, wäre ich gern in der Finanz- und Wirtschaftskommission», meint er. Erwarten dürfe man auf jeden Fall grossen Einsatz seinerseits. «Ich will eine ehrliche, bürgerliche Politik machen und parteiübergreifend zusammenarbeiten. Es geht nicht um mich, sondern um gemeinsame und gute Lösungen. Und ich hoffe, ich werde der Aufgabe gerecht.»
Stefanie Rohner
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