Im Alpstein werden Ranger eingesetzt
Ab Donnerstag werden im Alpstein Ranger eingesetzt. Die Freiwilligen sollen vor Ort für einen respektvollen Umgang mit der Natur sensibilisieren.
Im Alpstein (hier im Bild die Meglisalp) sollen freiwillige Ranger Gäste informieren. Archivbild: Silvan Widmer
Ab Donnerstag werden im Alpstein Ranger eingesetzt. Die Freiwilligen sollen vor Ort für einen respektvollen Umgang mit der Natur sensibilisieren.
Alpstein Die Standeskommission unterstützt das Projekt «Ranger im Alpstein» des Bergwirtevereins Alpstein mit maximal 35'000 Franken. Das Pilotprojekt startet an Auffahrt 2026 und läuft bis 2028. Freiwillige Ranger informieren Gäste direkt vor Ort und sensibilisieren für einen respektvollen Umgang mit der Natur und den Lebens- und Arbeitsräumen im Berggebiet. «Wir haben den Tagestourismus und seine Auswirkungen auf die Bevölkerung, die Natur aber auch auf die Landwirtschaft eingehend untersucht», sagt Pius Federer, Landammann und Vorsteher Volkswirtschaftsdepartement Appenzell Innerrhoden. Die Situationsanalyse habe gezeigt, welche Massnahmen angezeigt sind. Für gewisse Aufgaben ist der Kanton zuständig, für andere die Gemeinden und wiederum andere sollten nicht zur Staatsaufgabe gemacht werden. «Wir sind in der glücklichen Lage, dass das Projekt Ranger auf einer privaten Initiative des Bergwirtevereins basiert. Die Bergwirte sind im Vorstand des Vereins Appenzellerland Tourismus AI (VAT AI) vertreten und haben das Projekt in enger Absprache mit der Tourismusorganisation lanciert», so Federer.
Die Ranger übernehmen die Rolle von Gästebetreuerinnen und Gästebetreuern im Alpstein. Sie werden an Wochenenden und Feiertagen im Berggebiet unterwegs sein, erkennbar an ihrer einheitlichen Kleidung. Die Ranger suchen das Gespräch mit Gästen, informieren über den respektvollen Umgang mit der Natur und dem Arbeitsumfeld der Landwirtinnen und Landwirte und fördern ein rücksichtsvolles Miteinander. Ziel ist es, die Natur zu schützen und dabei auf Sensibilisierung, statt auf Verbote oder Strafen zu setzen. «Es geht in erster Linie darum, keine Konfliktsituationen entstehen zu lassen. Der VAT AI und die Bergwirte als langjährige Gastgeber haben die nötige Erfahrung im Umgang mit Gästen», sagt Federer. Der VAT AI mache jährlich Schulungen für die Leistungsträger (Bergbahnen, Gasthäusern), um den Kontakt zwischen Leistungsträger und Gästen zu optimieren. «Auf Basis dieser Schulungen und nach Rücksprache mit den Behörden, namentlich mit den Gemeinden und der Wildhut, wurden diese Schulungen vorbereitet», sagt Federer. Es sei klar festzuhalten, dass die Ranger mit den Gästen in Kontakt treten und ihnen Tipps im Umgang mit der Natur und der Bevölkerung geben. Sie werden aber keine hoheitlichen Aufgaben übernehmen. «Das heisst weder direkt büssen oder Personen wegweisen», so Federer.
Das Projekt ist auf drei Jahre ausgelegt. Der Bergwirteverein berichtet jährlich über Einsätze, Erkenntnisse und mögliche Projektanpassungen. «Eine Zwischenbilanz ist für den Juni geplant. Im November werden sich alle Beteiligten zu einer Schlussbesprechung treffen. Dann werden der Bergwirteverein, der VAT AI und der Kanton die Lehren aus der ersten Saison ziehen und das weitere Vorgehen beschliessen», sagt Federer.
Der Kanton Appenzell Innerrhoden beteiligt sich finanziell mit Mitteln aus dem Fonds für Tourismusförderung. «Selbstverständlich begleiten wir das Projekt eng und haben sichergestellt, dass unsere Auflagen erfüllt werden», meint Federer. Die Auszahlung der kantonalen Unterstützung erfolgt etappenweise und ist an klare Bedingungen geknüpft. Dazu gehören ein sinnvolles Konzept sowie genügend freiwillige Einsätze. Die Betreuung des Projekts übernimmt das Volkswirtschaftsdepartement.
Der Alpstein verzeichnet seit einigen Jahren hohe Besucherzahlen, insbesondere an Wochenenden und Feiertagen. Der zunehmende Nutzungsdruck wirkt sich auf Natur, Infrastruktur sowie auf die Lebens- und Arbeitsräume im Berggebiet aus und führt teilweise zu Nutzungskonflikten.
«Die Zahl der Gäste wird durch den Einsatz von Rangerinnen und Ranger nicht beeinflusst. Das Problem ist weniger die Anzahl von Gästen als das rücksichtslose Verhalten einzelner Personen», meint Federer. Mit dem Ranger-Projekt setzen das Volkswirtschaftsdepartement und der Bergwirteverein gemeinsam auf Information, Sensibilisierung und ein rücksichtsvolles Miteinander im Alpstein. Die Standeskommission beschloss bereits 2025 verschiedene Massnahmen zur Weiterentwicklung der Tourismuspolitik. Dazu gehören unter anderem neben der Lenkung des Tagestourismus auch die Sensibilisierung von Gästen im Alpstein.
Stefanie Rohner
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