Claudia Wetter
St.Galler Gerichte wollen erhöhte Geschäftslast mithilfe von IT bewältigen.
St.Gallen weist in der Altstadt grosse Passantenströme auf.
Unter dem Titel «Ein Tag in der Stadt» hat das Bundesamt für Statistik die Passantenströme in den zehn grössten Schweizer Städten verglichen. Die Stadt St.Gallen lieferte dazu Daten, die zeigen, wie stark die Zahl der Personen am Tag schwankt, basierend auf den Zählungen an der Vadianstrasse 8.
Zustrom Von der Wohnbevölkerung von rund 82‘800 Einwohnerinnen und Einwohnern machen sich am frühen Morgen etwa 26‘300 auf den Weg zur Arbeit innerhalb der Stadt, während rund 13‘000 mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder privaten Fahrzeugen ausserhalb St.Gallens beschäftigt sind. Gleichzeitig strömen mehr als 46‘800 Arbeitnehmende aus umliegenden Gemeinden und Kantonen sowie knapp 1‘600 aus dem Ausland in die Stadt, die als regionales Wirtschaftszentrum eine hohe Anziehungskraft besitzt. Auch Touristinnen und Touristen ziehen zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt. Insgesamt halten sich tagsüber rund 119‘000 Menschen in St.Gallen auf – unterwegs zur Arbeit, zur Schule, zum Einkaufen oder auf Erkundungstour. Kurz vor Mittag, um 11 Uhr, erreicht die Passantenzahl an der Vadianstrasse, der meist begangenen Strasse der Stadt, einen ersten Höhepunkt von 520 Personen pro Stunde, bevor sie über die Mittagszeit leicht zurückgeht. Um 15 Uhr folgt der Tageshöchststand mit fast 580 Personen pro Stunde. Zwischen 16 und 18 Uhr, der klassischen Bürofeierabendzeit, nimmt der Fussverkehr stündlich um etwa 60 Personen ab. Gegen 19 Uhr kehrt Ruhe ein. Die grosse Zahl an Besucherinnen und Besuchern ist für die Wirtschaft besonders wichtig, insbesondere für den Detailhandel und den Dienstleistungssektor. Den grössten Anteil der Passantenströme verursachen die Arbeitsplätze in St.Gallen und die Personen, die ausserhalb der Stadt tätig sind. Frühere Statistiken zeigen, dass von 20‘000 innenstädtisch pendelnden Erwerbstätigen 7‘500 zu Fuss oder mit dem Velo unterwegs sind, 5‘252 mit Auto, Motorrad, Mofa oder Motorroller und 7‘737 mit dem öffentlichen Verkehr. Bei den Lernenden sind 2‘360 dem Langsamverkehr, 617 dem Individualverkehr und 2‘651 dem öffentlichen Verkehr zuzuordnen. Wesentlich stärker beanspruchen allerdings die Zu- und Wegpendelnden die Verkehrsinfrastrukturen: 19‘248 nutzen das Auto und 14‘869 den öffentlichen Verkehr.
Innerhalb der Stadt zeigt die Studie eine grundsätzlich gute Erreichbarkeit von Einrichtungen. Trotz der grossen Zahl an Gaststätten ist die Distanz zu Verpflegungsbetrieben in St.Gallen unter den zehn grössten Schweizer Städten am grössten. Wer am Mittag nicht zu Hause, in einem Betriebsrestaurant oder in einer Schulkantine isst, verpflegt sich in der Regel in einem Restaurant. Hier reicht die durchschnittliche Distanz von 110 Metern in Genf bis 340 Metern in St.Gallen. Auch der Weg zu Bankfilialen ist in St.Gallen mit über einem Kilometer vergleichsweise lang. Nicht besonders lang sind hingegen die Wege zu Ärztinnen und Ärzten, denn die Ärztedichte ist hier hinter Bern und Luzern am höchsten. Auch die Erreichbarkeit von Freizeitangeboten ist gut. Die Distanz zwischen Wohn- und Arbeitsplatz ist relativ gering, was positiv für die Wohnqualität ist. Beim Betreuungsangebot für Kleinkinder belegt St.Gallen mit 233 Plätzen pro 1‘000 Kinder im Vorschulalter den letzten Rang. In Zürich sind es mit 558 Plätzen mehr als das Doppelte. Mit einer steigenden Nachfrage muss in St.Gallen gerechnet werden, was Pendlerbewegungen erhöhen und die Betreuungskosten in den kommenden Jahren steigen lassen dürfte.
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