Susanne Hartmann
erntet für Ihre Aussagen zum Autobahnausbau harsche Kritik.
Katy O. veröffentlicht ihr erstes Solo-Album.
Die in St.Gallen wohnhafte Sängerin und Songschreiberin Katrin Corazza alias «Katy O.» (36) veröffentlicht diesen Freitag, am 7. November, um 20 Uhr mit einer Plattentaufe im Pfalzkeller ihr erstes Soloalbum. In ihrem Live-StudioAlbum mit dem Namen «Love, Lust And Anger» zeigt sich die Künstlerin ungefiltert, gefühlvoll und voller Energie.
Katrin Corazza, woher kommt der Name «Katy O.»?
Der Name ist zufällig entstanden. Früher hatte ich eine siebenköpfige Band namens Katy & The Escort Orchestra. Als wir später oft in kleinerer Besetzung spielten, passte das «Orchestra» im Namen nicht mehr so richtig. Gegen Ende suchte ich nach einem passenden Solonamen – und so wurde aus Katy & The Escort Orchestra einfach Katy O. Das «O» erinnert noch an das «Orchestra» von damals.
«Love, Lust And Anger» ist Ihr erstes Soloalbum – aber nicht Ihre erste Veröffentlichung, oder?
Das stimmt. Ich habe bereits mit meiner früheren Band ein Album und EP`s veröffentlicht und auch als Katy O. einige Singles herausgebracht – aber noch nie ein ganzes Album als Solokünstlerin.
Was erwartet uns auf dem neuen Album?
Die Songs lassen sich am ehesten den Genres R’n’B und Rock zuordnen. Love, Lust And Anger ist ein Livealbum – alle Stücke wurden live im Studio eingespielt, ohne nachträgliche Schnitte und nur mit minimaler Nachbearbeitung im Mix. Jeder Song besteht aus meinem Gesang und einem Instrument, E-Gitarre, Akustikgitarre oder Klavier, alle gespielt von Elias Kohli. Nur in einem Lied spiele ich selbst Klavier. Mir war wichtig, dass die Songs so klingen, wie sie auch auf der Bühne klingen würden – roh, direkt und echt. Perfektion war nie das Ziel. Gerade das Unperfekte macht für mich den Reiz und die Ehrlichkeit dieser Aufnahmen aus.
Und inhaltlich?
Für mich ist das Album ein Appell an die Menschlichkeit – an Empathie, Mitgefühl und das Bemühen, einander wirklich zu verstehen, statt sich gegenseitig zu verurteilen. Gleichzeitig geht es darum, das Menschsein anzunehmen: dass wir nicht immer perfekt sein müssen, dass es okay ist, uns so zu zeigen, wie wir sind, und dass genau das uns schön und echt macht.
Heute wird Musik oft elektronisch erzeugt und stark bearbeitet. Wollen Sie mit deinem Album diesem Trend entgegenwirken?
Manchmal fühlt es sich fast so an, als wäre das Album ein rebellisches Projekt – das ist es aber nicht. Es ist keine Gegenbewegung. Auch wenn ich es manchmal etwas absurd finde, dass kaum noch Musik veröffentlicht wird, die wirklich so klingt, wie sie aufgenommen wurde, geht es mir nicht darum, gegen etwas zu sein. Ich habe das Album einfach so aufgenommen, weil es mir so gefällt.
Warum haben Sie sich entschieden, nur zu zweit und mit maximal einem Begleitinstrument aufzunehmen?
Mit «Katy & The Escort Orchestra» hatte ich eine Band, in der viele verschiedene Instrumente eingesetzt wurden – die Songs waren oft sehr dicht arrangiert. Nach der Auflösung der Band habe ich Elias Kohli kennengelernt und begann, mit ihm zu jammen. Dabei habe ich gemerkt, wie viel Raum meine Stimme bekommt, wenn wir nur zu zweit spielen. Das hat mir gefallen. Das Album sollte eine Momentaufnahme dieser Jam-Sessions werden. Wie lange habt ihr an dem Album gearbeitet? Die Songs hatte ich bereits vorher geschrieben. Aufgenommen haben wir das gesamte Album an einem einzigen Tag. Jeden Song spielten wir mehrmals ein, und am Ende wählten wir die Versionen, die uns am besten gefielen.
Was macht Sie an diesem Album besonders stolz?
Ich habe dieses Album ganz nach meinen eigenen Vorstellungen umgesetzt, ohne irgendwelchen Erwartungen hinterherzurennen. Es passiert schnell, dass man überlegt, was sich gut verkauft oder was gerade angesagt ist. Dass ich es geschafft habe, diese Neigungen zu ignorieren und vor allem darauf zu hören, was mir gefällt, darauf bin ich besonders stolz. Am Freitag feiern Sie Plattentaufe im Pfalzkeller.
Was erwartet das Publikum?
Wie auf dem Album werden auch bei der Plattentaufe alle Songs zu zweit performt – ergänzt durch einige Stücke, die nicht auf dem Album zu hören sind. Neben Elias Kohli stehen auch zwei bekannte Gesichter der St.Galler Kulturszene mit mir auf der Bühne: Jazzpianist Claude Diallo und Kontrabassist Marc Jenny. Ein besonderes Highlight für mich ist, dass ich die Burlesque-Künstlerin Kokeshi Momo für das Konzert gewinnen konnte. Speziell für ihren Auftritt habe ich einen Song geschrieben. Kokeshi Momo hat dazu eine Burlesque-Nummer entwickelt, und gemeinsam werden wir diese Aufführung zum ersten Mal im Pfalzkeller zeigen – sie ist ein Teil des Konzertkonzepts, das Musik, Performance und persönlichen Ausdruck verbindet. Passend zum Albumthema «sich zeigen, wie man ist» gibt es einen Dresscode «sexy», der die Gäste einlädt, selbstbewusst und authentisch zu erscheinen. Dazu kommen eine Bar und ein Merchandise-Stand mit exklusiven Artikeln.
Tickets für die Plattentaufe von «Love, Lust And Anger» vom 7. November, 20 Uhr, im Pfalzkeller gibt es unter www.eventfrog.ch zu erwerben. Erhältlich sind die Tickets online noch bis unmittelbar vor Beginn des Konzerts. Eine Abendkasse gibt es nicht.
Interview von Selim Jung
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